Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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durch Clavière eine entſcheidende Erklärung abver⸗ langen ließ.

Wie? fragte Henriette mit den lebhafteſten Zeichen des Erſtaunens, indem ſie dicht vor ihn hintrat, und ihm ängſtlich forſchend in die Augen ſah. Du haſt den Miniſter ſchon ſeit acht Tagen nicht geſprochen? Und doch gingſt Du noch zu Anfaug dieſer Woche

mehrmals in das Finanzminiſterium, und erzählteſt mir nachher, daß Du lange Geſpräche in dem Hötel gehabt? Sollteſt Du noch Jemand anders dort ge⸗ ſprochen haben? Giebt es auch ſchöne Damen in dem Finanzminiſterium? Ich habe mich danach längſt er⸗ kundigt, und man hat mir geſagt, daß Frau von Ca⸗ lonne ſehr ſchön und ſehr liebenswürdig ſei.

Du biſt wortbrüchig, mein Kind, entgegnete Mira⸗ beau, indem er ihr drohend den Mund zuhielt, und dann ihre Augen mit ſeinen Küſſen bedeckte. Du haſt mir erſt neulich mit allen heiligen Eiden der Welt geloben müſſen, nicht mehr eiferſüchtig zu ſein, und nun haſt Du doch wieder einen ſo entſetzlichen Rück⸗ fall. Wenn ich Dir ſagte, daß ich im Finanzminiſte⸗ rium geweſen, ſo kannſt Du Dich ſicher darauf ver⸗ laſſen, daß ich nirgend anders war, und wenn ich Unterhaltungen im Finanzminiſterium hatte, ſo waren ſie gewiß ſehr intereſſant und wichtig, wenn ſie auch nur mit einer Herrn von Calonne zunächſtſtehenden Perſon geführt wurden.

Henriette ſtellte ſich, ohne ein Wort zu erwiedern, an das Fenſter, und blickte nachdenklich und zweifel⸗ haft durch die Scheiben auf die Straße hinaus. Dann rief ſie plötzlich, als man unten einen Wagen vorfah⸗ ren hörte: Da ſteigt Herr Clavire heraus. Er kommt, um Dich zu beſuchen. Mir aber, mein Freund, er⸗ laubſt Du, mich unterdeſſen zu entfernen. Du weißt, ich verdiene es nicht, Herrn Claviére zu ſehn, denn