Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Die Sparſamkeit iſt keine Weisheit! begann er von Neuem wieder. Sparſam kann und darf man auf allen Punkten ſein, nur nicht in der Finanzwirth⸗ ſchaft. In einem guten Finanzſyſtem muß es wie ein natürlicher Quell, der aus unergründlichen Bergen hervorſtrömt, beſtändig ſprudeln und fließen. Meine Herren, das große und ſchöne Frankreich kann ſich Glück wünſchen, daß es heutzutage in allen Dingen auf dem Rückwege zur Natur begriffen iſt. Dies iſt die gewaltige Idee, welche mir die heutige Epoche Frankreichs nach allen Seiten hin zu bezeichnen ſcheint. Seht die Mütter Frankreichs an, die angefangen haben, ihren eigenen Buſen ihren Kindern zu öffnen, und ihnen aus ihren eigenen Säften die Nahrung zu rei⸗ chen, die ſonſt von den Ammen gemiethet wurde. Sind Euere Frauen nicht ſchöner, kräftiger und blühender dadurch geworden, daß ſie, die unnatürliche Sparſam⸗ keit ihres Leibes aufgebend, lieber die reichen Mittel ihrer eigenen Bruſt ſtrömen laſſen für ihre Kinder? Eine ſo hingebende und ſpendende Mutterliebe muß eine gute Regierung, wenn ſie zugleich eine ſtarke und große ſein will, ebenfalls an allen ihren Kindern und Bürgern üben!

Claviere wurde bei dieſen Worten abermals von den lebhafteſten Beifallsbezeugungen der ganzen Ver⸗ ſammlung unterbrochen. Jetzt rührt er auch noch Rouſſeau's Rückkehr zur Natur und das Selbſtſtillen der Mütter in den Calonneſchen Finänzſchwindel hinein, ſagte Baron von Holbach. Was ſoll noch aus uns werden unter den Händen dieſes waghalſigen Men⸗ ſchen, der alle unſere Ueberzengungen nur dazu benutzt, uns feſtzuhalten, aber dann ſogleich Meilen weit über Feld mit uns davon zu laufen. Ich erlebe noch, daß er uns beweiſen wird, das eigentliche Glück Frank⸗ reichs beruhe im Deficit ſeiner Finanzen.

Mirabeau. 1I. 12