Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 169—

verdanen hat, kann ſich auch nicht entwickeln. Oder wollt Ihr der Maſchine von außen Flügel ankleben, und ſie vermittelſt derſelben in die Wolken kutſchiren laſſen? Und dieſer wächſerne Flügel, iſt das Condorcet's Geſetz der Entwickelung?

Nein, entgegnete Condorcet mit etwas ſchroffem Accent, mein Geſetz der Eutwickelung, deſſen Theorie ich bald veröffentlichen werde, führt ganz wo anders hin, als in die Wolken. Es leitet die Menſchen von Goit zur Geſchichte zurück, nachdem Ihr ſie von Gott zur Natur zurückgeführt habt. Der Menſch kann am meiſten durch die Entwickelungskraft, die in ihm orga⸗ niſch gegeben liegt, Gott erſetzen. Die Entwickelung liegt im Willen, ohne den Eure Maſchine von Haut, Knochen, Magen, Nerven und Gehirn nur ein Popanz bleibt, der ſich nicht zu bewegen und weder Ja noch Nein zu ſagen vermag. Vekommt die Maſchine Willen, ſo hat ſie ihren Gott gefunden, und er ſchwingt ſich mit ihr auf die Sonnenroſſe Apollo's, die alle Bah⸗ nen der Welt durchfliegen, und die höchſten Ziele, die denkbar ſind dem Geſchlecht, gewinnen. Das Ent⸗ wickelungsgeſetz in den Gliedern der Menſchheit iſt ſo ſtark, daß, wenn die Menſchen nur erſt dieſe Kraft richtig erkannt haben, ſie damit Wunder verrichten und dann allerdings, aber ohne der wächſernen Flügel des Phaeton zu bedürfen, über Länder und Meere hinweg⸗ fliegen werden. Der Materialismus iſt ein großes Ding, wenn man ihn recht verſteht. Er wird die Menſchen einſt noch fliegen lehren, davon bin ich feſt überzeugt, und auf Tauſende von Meilen werden ſie ſich Briefe durch die Luft ſchreiben, und mit der Ge⸗ ſchwindigkeit des Vogelfluges, werden ſie ſich beſuchen, wie getrennt ſie auch von einander wohnen mögen. Ja, jeder Einzelne wird, ſobald er nur ſeine Entwicke⸗