Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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lung richtig anfaßt, ſein Leben um mehrere hundert Jahre verlängern können, deſſen bin ich ganz gewiß.*)

Die hohe Geſtalt des ernſten Mannes war bei dieſen Worten in eine ſo tiefinnerliche Bewegung ge⸗ rathen, daß ſie einen Augenblick zu ſchwanken ſchien. Eine flammende Röthe bebeckte das würdige, von Ge⸗ dankenblitzen durchzuckte Geſicht.

Nun ſeht Ihr auch dort Herrn Etienne Clavière erſcheinen, bemerkte Cabanis, indem er auf den klei⸗ nen, corpulenten, aber ungemein beweglichen Mann aufmerkſam machte, der eben zur Hauptthür des Saals eingetreten war, und ſich unn raſch und mit ziemlicher Rückſichtsloſigkeit durch die dichtgedrängten Gruppen der Verſammlung durcharbeitete.

Der Dämon der Agiotage hat es ungemein eilig, fuhr Cabanis fort. Man ſieht es ihm an, wie er aus allen ſeinen Poren Wichtigkeit ſchwitzt, und zugleich macht er in ſeinem furchtbaren Aplomb doch den Ein⸗ druck des Kasperle, der weiß, daß mit ſeinem Auf⸗ treten nun die Komödie ihren Anfang nimmt. Da ſeht Ihr den wahren Mann von Kraft und Stoff! Der Materialismus hat nicht nur den Atheismus ge⸗ boren, ſondern auch die Agiotage. Was ſagt Ihr dazu, Baron von Holbach?

Wie Ihr wißt, freue ich mich jedesmal, wenn ich etwas Neues ſehe, erwiederte Holbach, die Phyſiogno⸗ mie Claviere's ſcharf in's Auge faſſend. Laufe ich nicht oft in allen Caféhäuſern von Paris herum, um nur irgend eine erträgliche Neuigkeit aufzuſchnappen? Kinder, wir haben Gott aus dem Magen und aus den Nerven entſtehen laſſen, und ſind deshalb von Pfaffen und Königsfreunden genug verketzert worden. Jetzt

*) Aus Condorcet's Esduisse d'un tableau historique des progrès de esprit humain, ein Werk, das erſt nach dem Tode des Verfaſſers im Druck erſchien.