Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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tigkeit die Aufnahme der verbannten Genfer zu einer Colonie in Irland werden könnte. Ich malte dem Miniſter die große Zukunft einer ſolchen Colonie aus, die, in einem freien und faſt abgabenloſen Lande ſich entfaltend, gewiſſe Gattungen der Induſtrie vorzugs⸗ weiſe entwickeln und dem Handel Englands ein neues Uebergewicht ſchaffen würde. Ich ſetzte ihm ausein⸗ ander, wie auch mehrere deutſchen Fürſten, ſelbſt der König von Preußen Friedrich IHI., ſich bereits bemüht zeigten, die Genfer Demokraten wegen ihrer großen in⸗ duſtriellen und künſtleriſchen Talente als Coloniſten in ihr Land zu ziehen. Ebenſo wenig verſchwieg ich ihm, daß eine Genfer Colonie in einem fremden Staat zugleich eine Freiheitscolonie ſein würde, welche die Mißvergnügten aller Länder Europa's an ſich ziehen könnte. Aber Herr von Vergennes blieb feſt in ſeinen Anſichten, die, ich muß es geſtehen, von ſeinem Stand⸗ punkt aus ebenſo ſehr als von dem unſrigen die voll⸗ ſtändig richtigen waren. Als ich ihn perſönlich ſprach, äußerte er nichts, als daß die Revolution von Genf eine epidemiſche Krankheit ſei, die auch nach Frank⸗ reich eindringen könnte, und daß dies der einzige Ge⸗ ſichtspunkt ſei, aus welchem er dem König ſeinen Rath ertheilen dürfe und werde!*)

Es wird für Frankreich ewig zu beklagen bleiben, entgegnete Clavière, daß es nicht einzuſehen vermocht hat, wie viel Genf für die franzöſiſchen Intereſſen werth iſt, und wäre es auch nur als Stapelplatz des Handels⸗ verkehrs zwiſchen Lyon und dem Süden Frankreichs mit der Schweiz, mit Italien, mit einem großen und weſentlichen Theil Deutſchlands! Frankreich hat Vor⸗ theile jeder Art von uns, von unſerer Thätigkeit, von unſerer Induſtrie, von unſern reichen Geldmitteln ge⸗

*) Soulavie Mémoires. V. 250.