Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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zogen. Hat es ſich nicht unter dem Miniſterium Necker hundert Millionen von unſerer Republik geborgt, durch die es ſchon ein hübſches Loch in ſeinen jämmerlichen Finanzen wenigſtens augenblicklich zuſtopfen konnte? Ich will gar nicht erwähnen, daß Genf zugleich der einzige militairiſche Punkt iſt, durch den Frankreich von der Rhone bis zum Mittelmeer gedeckt werden kann, und der den Uebergang des Fluſſes vertheidigt. Kann man es ſich mit einiger Vernunft anders denken, als daß Frankreich vor allen Dingen daran gelegen ſein müßte, Genf mächtig, bevölkert, blühend und be⸗ triebſam zu erhalten? Aber die Politik der franzöſiſchen Regierung hat dieſe Vernunft nicht bei ſich auftreiben können, denn ſie vermag nicht zu begreifen, daß ein Staat wie Genf, der nicht durch den Ackerbau, ſondern nur durch die Blüthe ſeiner Induſtrie groß und ge⸗ waltig ſein kann, zur Entwickelung dieſer Blüthe durchaus der politiſchen Freiheit und freier Inſtitu⸗ tionen bedarf! Und welche Thorheit, daß Frankreich uns gerade ſeinem natürlichen Nebenbuhler England überlaſſen will, um ſich durch uns mit ganz neuen Kräften der Induſtrie zu bereichern! Wie hoch oder gering auch die Abſichten der engliſchen Regierung mit uns anzuſchlagen ſein mögen, wir ſind ihr doch bereits großen Dank ſchuldig geworden und namentlich haben wir auch die Geſinnung William Pitt's gegen uns anerkennen müſſen, der, ſeitdem er ins Miniſterium getreten, die gaſtlichen Rückſichten für die Genfer Füchtlinge nur ſich verdoppeln ließ. Es wird daher die Pflicht Genf's ſein, ſich, wie es auch kommen möge, zur Verfügung Englands zu halten.

Haltet es meinetwegen mit England, aber vertrauet ihm nicht! rief Mirabeau heftig. Wenn England re⸗ volutionnaire Flüchtlinge an ſeinem Heerd aufnimmt, ſo geſchieht es nur in der Abſicht, einſt mit denſelben