Henriette hatte ſich ängſtlich an ſeine Seite ge⸗ ſchmiegt, und warf ihm flehende und begütigende Blicke zu, mit denen ſie immer wie ein frommes Kind zu ihm ſprach, wenn er ſich von ſeiner wilden und ſpöttiſchen Laune hinreißen zu laſſen im Begriff ſtand. Dann lächelte ſie ihn lange an, und fragte, ob er nicht wie⸗ der ein gutes Herz und ein braver Mann ſein wolle?
Du haſt Recht, wenn Du mich heut ausſchiltſt, ſagte er nach einer Pauſe mit einer milden und trau⸗ rigen Stimme. Der Londoner Nebel draußen, und die Predigt, an der ich heut den ganzen Morgen als gutmüthiger dummer Teufel gearbeitet, haben mich in die jämmerlichſte Stimmung von der Welt verſetzt. Es wird allmählig zu einem vollſtändigen Fluch an mir, daß ich Alles, was ich denke und beurtheile, auf das Verhältniß zu meinem Vater zurückführen muß. Dies Verhältniß hat ſchon alle meine Anſchauungen vergiftet, es demoraliſirt jeden Nerv und jede Faſer an mir. Ich muß auch damit zu Ende kommen, es geſchehe wie es wolle. Target ſchrieb mir geſtern aus Paris, daß er wenig Ausſichten habe, meinen Prozeß gegen den Marquis von Mirabeau zu gewin⸗ nen. Ich würde jetzt nach Paris zurückgehen, um einen letzten Schritt zu wagen und durch eine perſön⸗ liche Unterredung mit meinem Vater noch eine Ein⸗ wirkung auf ihn zu verſuchen. Ich fürchte die Wuth nicht, die ihn von Neuem gegen mich eingenommen haben ſoll. Aber ich bin im Unklaren über die des⸗ potiſche Macht, welche ihm unſere Geſetze noch immer über mich beilegen dürften. Ich weiß nicht, wie es jetzt damit ſteht, und ob die Tyrannei der väterlichen Gewalt erloſchen iſt oder noch fortdauert, nach wel⸗ cher er mich früher in jeden Kerker ſtecken und mei⸗ nen Aufenthaltsort mir willkürlich ſetzen durfte. Kann er dies noch immer nach jener früheren Ordre des
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