Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Predigt erſehn, daß ich den Himmel der Zukunft mit vollen Händen an jede Seele vertheile. Wer davon Gebrauch machen will und ein Bedürfniß hat, unſterb⸗ lich zu ſein, wird eine vollſtändige Rüſtkammer von Beweisgründen in meiner Predigt finden. Die Un⸗ ſterblichkeit iſt allerdings eine Erbſchaft, zu der Jeder berechtigt wäre, der ſich als Seele und Geiſt legiti⸗ miren kann. Aber nicht alle Erbſchaften werden wirk⸗ lich ausgezahlt, und man weiß nicht, was bei einem ſolchen Erbſchaftsproceß, wie der Tod iſt, verloren gehen und verflüchtigt werden kann. Vor allen Din⸗ gen iſt Niemand da, der uns in dieſem Punkt etwas Beſtimmtes verſprochen hätte. Kann ich doch nicht einmal die Rente einziehn, die mir mein Herr Vater, der Marquis von Mirabeau, nicht blos verſprochen, ſondern auch durch eine rechtsgültige Uebereinkunft aus meinem Familien⸗Vermögen zugeſtanden hat. Er ver⸗ rechnet die Rente auf meine Schulden, die er früher für mich bezahlt habe, und ich proeeſſire deshalb mit ibm. Wie, wenn es uns einſt mit unſerer Unſterb⸗ lichkeits⸗Rente ſo erginge? Wenn man nachrechnete, daß wir von der urſprünglichen Mitgift unſerer Seele ſchon in dieſen Erbärmlichkeiten der Erde ſo viel ab⸗ genutzt und vergendet hätten, daß nichts mehr an uns auszuzahlen übrig geblieben iſt! Ich habe jetzt doch noch wenigſtens einen Advokaten gegen meinen Vater annehmen können. Den berühmten Advokaten Target habe ich mit der Wahrnehmung meiner Angelegenheiten in Paris beauftragt. Das iſt allerdings eine Hoffnung, wenn auch eine ſchwache. Aber welchen Advokaten ſolt ich annehmen, wenn einſt der Vater der Welten, wie man ein gewiſſes Etwas ſehr pfiffig genannt hat, der ankommenden Seele das Contobuch der Unſterblichkeit vor der Naſe zuklappt, und ihr erklärt, daß für ein Weiterleben nichts mehr zu hoffen ſei?