Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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beſitzen Ariſtokratie ebenſo gut wie wir Königthum und Volk beſitzen.

Frankreich iſt nicht ſo gut daran, verſetzte Mira⸗ beau, indem ſein lebhaft flammendes Antlitz ſich mit einem Zug ernſter Trauer bewölkte. In Frankreich iſt Alles im Begriff, Pöbel zu werden, wenn es uns nicht noch bei Zeiten gelingt, einen neuen geſunden Volkskörper aus dieſem allgemeinen Schmutz heraus⸗ zuarbeiten. Das Volk wird dann wiederentdeckt werden, wie die Marmorſtatue eines alten Gottes, der in einer zuſammengeſtürzten Stadt verloren gegangen war. Aber ich möchte doch, ſelbſt auf die Gefahr eines Wi⸗ derſpruchs mit Eurer Herrlichkeit, behaupten, daß der Pariſer Pöbel einen ſolchen bösartigen Auftritt gegen achtbare Fremde niemals herbeigeführt haben würde. Unſer Pöbel iſt zu leichtblütig und zu kindiſch, aber auch zu ſehr Weltmann, um ſich zum Begriff des Na⸗ tionalhaſſes verſteigen zu können. Aber heut haben wir an uns den Nationalhaß des engliſchen Pöbels gegen die Franzoſen erkebt. Ich hatte es nicht ge⸗ glaubt, Lord Schatzkanzler, daß man das Vermächtniß Ihres erhabenen Vaters, des Grafen Chatham, welcher der größte Haſſer Frankreichs war, ſchon auf den Straßen Londons ausgeführt ſehen würde.

Dieſer Haß war kein Vermächtniß, ſondern ein Staatsprincip, entgegnete William Pitt mit würde⸗ voller Ruhe. Es gehörte in das politiſche Syſtem meines Vaters, und daſſelbe war ganz darauf begründet, daß Frankreich der natürliche Gegenſatz von England ſei, und daß England, um groß und mächtig zu werden, in ſeiner eigenſten Natur ſich abſchließen und zuſammen⸗ faſſen müſſe. Ja, und wenn es dabei auf den Preis angekommen wäre, Frankreich zu unterdrücken, um England zu der ihm gebührenden Höhe zu erheben, ſo würde Graf Chatham keinen Angenblick angeſtanden