Entſchiedenheit und ohne alle Rückſicht auf die Gefahr, die ſie lief, Luft zu machen, und ſchimpfte, freilich in einem ſehr unvollkommenen Engliſch, das ſchwerlich allgemein verſtanden wurde, den Lord Trumpeter weid⸗ lich aus, wie ſie auch keinen Anſtand nahm, unter dem zornſprühenden Feuer ihrer großen ſchwarzen Augen der umſtehenden Menge die beleidigendſten, für das eng⸗ liſche Nationalgefühl ſehr verletzenden Aeußerungen ins Geſicht zu ſchlendern. Faſt ſchien es ihr auch gelun⸗ gen, ihren irländiſchen Freund in dieſelbe ausbrechende Wuth zu verſetzen, denn auf ihre unwiderſtehlichen Winke hatte derſelbe bereits eine herausfordernde Boxer⸗ Stellung eingenommen, während Graf Mirabeau, mit übereinandergeſchlagenen Armen ruhig und kaltblütig um ſich her ſchauend, einen unerſchütterlichen Gleich⸗ muth behauptete, und nur mit einer gewiſſen Beſorg⸗ niß zu überlegen ſchien, wie der Ausweg aus dieſer unangenehmen Verwickelung zu finden ſein werde. Der nationale Humor des ehrenwerthen Lord Trum⸗ peter hatte aber noch keineswegs ſein Ende erreicht, denn nachdem er auf ſeiner Trompete ein vollſtändiges ſatyriſches Stückchen abgeblaſen, hielt er mit dieſer Kunſtfertigkeit inne, und begann nun ein engliſches Vollkslied zu ſingen, mit dem er ſich wieder vorzugs⸗ weiſe an die beiden Damen wand'e. Die ſehr wenig geiſt⸗ reichen Strophen enthielten aber zugleich die ſchmutzig⸗ ſten und zudringlichſten Anſpielungen, und riefen um ſo mehr den brüllenden Beifall der Menge hervor, als ſie nicht nur mit einer ungemein drolligen und faſt trenherzigen Komik vorgetragen, ſondern auch mit den ſeltſamſten Geſticulationen, die den Damen freilich auf die unverſchämteſte Weiſe nahe rückten, begleitet wurden.*)
3) Mirabeau ſchildert dieſen Vorgang ſelbſt in den lettres à Chamfort p. 54.


