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die Menſchen maſſenweiſe zuſammengepfercht und durch ihren eigenen Athem ſich verpeſtend da ſitzen, und in welcher der ewige Kampf der Armen und Reichen, der privilegirten Canaille und der Volks⸗Canaille, der Verwahrloſten und Geſchändeten mit Denen, durch welche ſie verwahrloſt und geſchändet worden ſind, ge⸗ kämpft wird. Aber es iſt denn doch auch wieder der einzige Zauber dieſer bewunderungswürdigen Reinlich⸗ keit, die über London ausgegoſſen kiegt, und faſt gleiche Anziehungskraft für das Alge wie für den Geiſt hat. Dies iſt das ächte Zeichen, daß ſich das Volk wohl befindet, und daß es frei iſt, denn ſeine Verhältniſſe gönnen ihm Zeit und Raum, für ſich zu ſorgen und ſeine Exiſtenz mit Genauigkeit wahrzunehmen. Ja, dies London iſt eine ſouveraine Stadt, in der jeder Dachziegel uns davon zu- erzählen ſcheint, daß hier eine Menſchenmenge lebt, die ſich durch ihre eigene Willenskraft regiert. Zwar ſieht man in der aus Backſteinen aufgerichteten Stadt wenig glänzende und in einem vornehmen Stil erbaute Häuſer, aber die Herrlichkeit der Stadt liegt zugleich in der Idee der Nationalität, die ihren Glorienſchein darüber aus⸗ gegoſſen hat und Alles ſo wohnlich und heimlich, ſo ſicher und ſelbſtſtändig erſcheinen läßt. Und als das Symbol dieſer Herrlichkeit wallt die ſtolze prächtige Themſe dahin, die Huldigung von Jedem anzunehmen ſcheint, der ſie betrachtet, und die zu fragen ſcheint: womit könnt Ihr es wohl wagen, mich zu vergleichen, mich, dem der Ocean und alle Welten täglich ihren Tribut darbringen*³)
Ich werde nun bald anfangen müſſen, eiferſüchtig auf dies London zu werden, ſagte Henriette, ſeinen
*) Nach einem Brief Mirabeau's in den Lettres à Cham- fort p. 52.


