privilegirten Herrn auf die Hundenatur meines Lieb⸗ lings äußern wird. Mein Hund iſt draußen auf dem Hofe, und iſt Euch mit ſeiner Perſon gedient, Herr Montgolfier, die, beilänfig geſagt, von ſehr ſeltener Schönheit iſt, ſo werde ich Euch Miß Sarah nachher zuführen, ſobald wir uns zu Euerem Schauſpiel be⸗ geben werden.
Dieſe Worte ſchienen bei der Geſellſchaft einen merkwürdigen Beifall zu finden, der in leiſem Ge⸗ murmel und dann in einem allgemeinen Gelächter geäußert wurde. Montgolfier jedoch ſäumte nicht, das ihm gemachte Anerbieten dankbar anzunehmen.
Ich möchte aber noch eine Fürbitte bei Madame Helvétius wagen! rief Chamfort mit launigem Aus⸗ druck. Sollte es nicht doch angemeſſen ſein, auch aus dem philoſophiſchen Landhauſe von Auteuil einen klei⸗ nen Beitrag zur Geſellſchaft des Herzogs von Char⸗ tres zu liefern? Ich würde dazu die alte ſchwarze Katze vorſchlagen, welche uns Alle durch ihr bösartig gravitätiſches Weſen ſchon oft genug geärgert, und die erſt neulich die ſchönen Hände unſerer Freundin zer⸗ kratzte. Ich weiß zwar, dieſe Katze ſtammt noch von dem großen Helvétius, Eurem Gemahl, her, der ſie liebte, und unter deſſen Schreibtiſch ſie immer ſitzen mußte, wenn er an ſeinen philoſophiſchen Werken arbeitete. Der Heros des Materialismus ſetzte dann oft, indem er ſchrieb, ſeine Füße auf den elektriſchen Rücken dieſer Katze, und ſeine gewaltige Lehre, wonach er das ganze Weſen des Menſchen nur für phyſiſche Senſibilität erklärte, wurde gewiſſermaßen auf dieſem funkenſprühenden Katzenfell ergründet. Die Katze Tamtam iſt dadurch ohne Zweifel eine welthiſtoriſche Katze geworden, und wenn ſie daraus ihr Recht her⸗ leitet, kratzig und biſſig gegen ihre alten Freunde zu ſein, ſo wollen wir ſie dafür jetzt etwas abſtrafen.


