Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Montgolfier ſchien zwar von dieſer Auskunft be⸗ friedigt zu ſein, hatte aber ſichtlich noch einen Wunſch auf ſeinem Herzen, den er auszuſprechen zögerte. End⸗ lich trat er damit hervor, daß es ihm darum zu thun ſei, einige Vögel und Hausthiere auf ſeiner diesmali⸗ gen Luſtreiſe mitzunehmen, und er wandte ſich an Madame Helvétius mit der Bitte, ihm zu dieſem Zweck einige Bewohner ihres Hofes zu überlaſſen. Er verſprach, daß den Thieren durchaus kein Leid geſchehen würde, denn der ſchon neulich angeſtellte Verſuch mit ihnen ſei vollſtändig glücklich ausgefallen und ſolle auf den Wunſch des Herzogs von Chartres, der heut mit aufſteigen werde, wiederholt werden. Der Herzog, welcher der Entdeckung der neuen Kraft ein beſonderes Intereſſe bewieſen, habe ſich auch die Begleitung der verſchiedenartigſten Thiere ausbedungen, um die Wirkungen der Atmoſphäre auf dieſelben zu beobachten. Montgolfier fügte hinzu, daß es ihm deshalb um einige ausgezeichnet ſchöne Eremplare zu thun ſei, wie er ſie nur bei Madame Helvétins fin⸗ den könne.

Madame Helvétius ſchüttelte lächelnd mit dem Kopf und ſagte dann mit einigem Eifer: Nein, mein lieber Montgolfier, von meinen Thieren, die mir ſämmtlich an's Herz gewachſen ſind, kann ich kein ein⸗ ziges dazu verabfolgen laſſen. Denn ich würde es Euch und mir nie vergeben, wenn auch das ſchlechteſte meiner Geſchöpfe ſich bei dieſer Gelegenheit das Ge nict bräche. Und von meinen Vögeln könnte ich Euch auch nicht eine lahme Meiſe hergeben, denn um dieſe Zeit iſt Alles bei mir ausgeflogen. Ich halte mein Vogelhaus auf dem Hofe den Tag über nie ver⸗ ſchloſſen, was dann fliegen will, fliegt weit über die Felder und Gärten hinaus, und mit Einbruch der Nacht kommen ſie alle regelmäßig und treu wieder