Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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Helvetius angeſtellt werden, wäre es auch nur als Hühnerjunge oder als Zeiſig⸗Verwalter, um die be⸗ rühmten Vögel der Madame Helvétius zu füttern. Was meinen Sie, liebenswürdige Freundin, würden Sie mich wohl wenigſtens mit einer ſolchen Anſtellung hier bei ſich behalten wollen?

Es entſtand ein allgemeines Gelächter über die Drolligkeit, mit welcher Franklin dieſe Frage an die würdige Herrin des Hauſes gerichtet, indem er dabei ihre Hand ergriff und dieſelbe mit einer zärtlichen Bewegung an ſeinen Buſen drückte.

Wie bald würdet Ihr Euch hier entſetzlich gelang⸗ weilt fühlen! entgegnete Madame Helvétius erröthend. Ihr ſeid noch bei weitem zu jung für dies zurückge⸗ zogene Leben, das ich hier mit meinen Hühnern und Zeiſigen führe, und es würde Euch binnen Kurzem wieder hinauslocken auf den Schauplatz, auf dem Ihr ſo Großes vollbracht habt und noch lange nicht fertig geworden ſeid. Und meine Geſellſchaft würde Euch auch bald keine Freude mehr gewähren, denn bin ich nicht eine alte Frau geworden, die gerade heut ihren fünfundſechzigjährigen Namenstag feiert?

Heut? heut? rief Franklin, indem er mit jugend⸗ licher Beweglichkeit aufſprang, und Miene machte, ſeine Freundin von Neuem zu umarmen. Dieſe wurde aber jetzt von allen Seiten mit Glückwünſchen umdrängt, welche ſie mit ihrer bezanbernden Freundlichkeit ent⸗ gegennahm. Mit beſonderer Gunſt ſchien ſie dabei auch die verbindlichen Aeußerungen des Grafen Mi⸗ rabeau anzuhören, der erſt ſeit Kurzem in dieſem Kreiſe Aufnahme gefunden, und ſich gleichwohl die feinberechnetſten Vorwürfe machte, dieſen feſtlichen Tag nicht gekannt zu haben, indem er behauptete, daß man den Namenstag einer liebenswürdigen Frau ebenſo genau inne haben müſſe, wie die Kalendertage der