Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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ſpiel geſtern auf dem Theätre frangais zum Erſtenmal für das größere Publikum in Scene gegangen iſt. Denn Ihr würdet mir ſonſt keine Ruhe gelaſſen haben, mit Euch nach Paris zu fahren. Und wie richtig mein Inſtinkt der Beſorgniß geweſen, wird Euch daraus hervor⸗ gehn daß mein Stück im Théätre frangais geſtern auf das PVollſtändigſte durchgefallen iſt. Am Schluß wurde ge⸗ trommelt und gepfiffen, als wenn das jüngſte Gericht über den armen Autor hereinbrechen ſollte: welche Trauer⸗ kunde ich bereits heut früh durch einen Expreſſen em⸗ pfing. Man meint, daß Muſtapha und Zéangir nicht durchgefallen ſein würde, wenn es nicht vorher am Hofe ein ſo ungewöhnliches Glück gemacht hätte. In Paris ſtrafte man den Autor und ſein Stück für die Gunſt ab, welche ihnen bei der Königin zu Theil geworden. Denn die oppoſitionnelle Stimmung namentlich gegen die letztere wird immer ſtärker und allgemeiner in Pa⸗ ris, und was Marie Antoinette ausgezeichnet hat, glaubt das Publikum ſchon deshalb verdammen zu müſſen. Da ſitze ich nun mit meiner Penſion von zwölfhundert Franes auf den Trümmern meiner einzigen Tragödie, die meine erſte und meine letzte geweſen. Und doch taugte ſie mehr als meine Komödien, beſonders die junge Indianerin und der Kaufmann von Smyrna, die ſich ihrer geringen Verdienſte ungeachtet auf dem Theater erhalten zu wollen ſcheinen. Aber in meinem Muſtapha und Zéangir wollte ich eine erhabene Pracht⸗ ſchöpfung im Stil Racine's geben, und das war eine heuchleriſche Frivolität von mir, mit der ich ganz von Rechtswegen geſcheitert bin. Denn man muß anch keine Maske tragen, die man innerlich nicht verant⸗ worten kann. Der Hof hat dieſe Maske belohnt, weil ſie ihm die behagliche Täuſchung gewährte, es ſei die Zeit der pathetiſchen Hoftragödie noch nicht vorüber, und die Dichter der Nation könnten von Neuem wieder