Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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mit dieſer Eigenſchaft dem Volke bereits ganz tüchtig in den Magen!

Ihr ſeid ein gar zu bösartiger Spötter, Chamfort, entgegnete Madame Helvétius mit einigem Eifer. Wie kanu man Alles gleich in die Politik hereinziehen wol⸗ len, ſelbſt die unſchuldige Toilette der Frauen? Da lobe ich mir meinen ſanften Freund Cabanis. Der hat mich noch nie meines Kopfputzes wegen ausge⸗ zankt, und findet es gewiß auch ganz recht und ange⸗ meſſen, daß eine Landfrau, wie ich es geworden bin, ſich lieber mit dem friſchen Gemüſe ihres Gartens als mit den gewaltigen Puderlocken ſchmückt?

Ich bin geneigt, den neuen Kopfputz unſerer Freun⸗ din in ſeiner höchſten Bedeutung anzuerkennen! rief Cabanis, deſſen blaſſe Wangen ſich auf einen Augen⸗ blick durch ein Lächeln belebken. Ich ſehe das Sym⸗ bol einer neuen beſſeren Zeit, der Zeit der Freiheit und Gleichheit, darin, wenn die Moden in dem philo⸗ ſophiſchen Landhauſe von Autenil ſich mit den Moden von Verſailles auszugleichen anfangen. Denn ſchon, daß der Hof heut hierher nach Auteuil kommen will, beweiſt, daß ganz außerordentliche Zeichen der Zeit geſchehen. Wann wäre es wohl erhört, daß der König und die Königin in Auteuil erſchienen ſind, einem Orte, der die Weihe der Etiquette noch niemals empfangen hat, und der, ſeitdem wir Leute der Aufklärung hier hauſen, nur in dem allerübelſten Verruf bei unſern Beherrſchern da oben ſteht? Und wie zur Bekräfti⸗ gung dieſes neuen Bündniſſes zwiſchen Autenil und Verſailles hat nun auch noch die Präſidentin unſeres Zirkels die neue Coiffüre der Königin Marie Antovinette angenommen. Dies deutet ganz gewiß auf ſehr ge⸗ heimnißvolle Vorgänge hin, und wenn die ſchönen treuen Augen der Madame Helvetius nicht wären, ſo würde ich glauben, daß es auf eine Verrätherei abge⸗

Mirabeau. 2