Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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Montgolfier war bei mir, und ich half ihm an den Vorbereitungen für ſeinen Luftballon, die neue Wun⸗ der⸗Erfindung, welche er heut auf beſonderen Befehl der Majeſtäten hier in Auteuil emporſteigen laſſen will. Der ganze Hof wird heut Nachmittag hierher kommen, um zum dritten Mal das glorreiche Schau⸗ ſpiel zu bewundern, denn er kann ſich nicht ſatt daran ſehen, daß es ein Ding geben kann, welches durch ſich ſelbſt emporzuſteigen vermag. Bei Hofe kann man nicht ſteigen, wenn man nicht mit Ahnen und mit Intriguen gefüllt iſt, und Montgolfiers Luftma⸗ ſchine beweiſt ihnen nun ganz einfach, daß man nur mit Luft gefüllt zu ſein braucht, um noch viel höher zu ſteigen, nämlich bis in die Wolken. Dieſer gute ſchauluſtige Hof von Verſailles ahnt aber nicht, daß die Montgolfiöre nur der Vorläufer eines Dinges iſt, welches einſt ganz durch ſich ſelbſt und aus ſeiner eigenen Kraft himmelhoch ſteigen und ſeine Herrſchaft über die unter ihm liegende Erde beanſpruchen wird. Ich meine das Volk. Greicht es nicht jetzt ſchon dem gefüllten Ballon, der in ſeiner eigenen Bewe⸗ gungskraft zu erzittern anfängt, und der den Flug ausſpannen wird, ſobald ihm nur das Signal dazu ertönt? In dieſe Gedanken verlor ich mich, als ich heut Morgen meinem Freunde Montgolfier behülflich war, ſeine Maſchine für die neue Luftreiſe in den Stand zu ſetzen. Man ſagt, daß auch der Herzog von Chartres heut die Gnade haben wird, mit in die Luft emporzuſteigen. Habe ich nun nicht Recht, ge⸗ liebte Freundin, wenn ich mich damit entſchuldige, daß ich heut für die Intereſſen des Hofes gearbeitet habe? Freund Montgolfier wird auch noch herkommen, um Euch ſeine Aufwartung zu machen, und Euch und Eurer ganzen Geſellſchaft Plätze für das Schauſpiel anzubieten.