Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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Ja, es iſt wahr, mit lauter entzündeten armen Leuten muß unſer Freund Cabanis hier ſeine Praxis beginnen, warf Chamfort in ſeiner ſarkaſtiſchen Weiſe dazwiſchen. Er iſt auch darin ein ächtes Kind ſeiner Zeit, denn die Praxis mit den entzündeten armen Leuten wird bald die Hauptbeſchäftigung in der gan⸗ zen Welt und namentlich in unſerm volkshungrigen Frankreich werden.

Sagt mir lieber, Chamfort, wo Ihr heut geblieben ſeid? verſetzte Madame Helvétins, indem ſie ihn mit freundlichem Wohlgefallen betrachtete. Denn wenn Ihr keine genügende Entſchuldigung vorbringen könnt, ſo muß angenommen werden, daß Ihr einen feierlich abgeſchloſſenen Vertrag mit mir brechen wollt. Denn Ihr ſeid nach Autenil gekommen, um mein Gaſt zu ſein und Euch ganz und gar als meinen Penſionnair zu betrachten, was Ihr mir mit allen Eiden der Freundſchaft gelobtet. Nur Quartier konnte ich Euch hier in meiner engen Villa nicht geben, und das iſt gut für Euch, ſonſt würde ich Euch am Ende wie meinen Gefangenen halten, denn ich bin neidiſch auf jede Stunde, die Ihr anderswo zubringt als bei mir.

Aus Chamforts Augen blitzte ein Strahl tiefer Erkenntlichkeit zu ihr hinüber, und ſeine Züge nahmen einen Augenblick lang einen weichen und innigen Aus⸗ druck an. Dann aber ſagte er plötzlich mit leichtfer⸗ tiger Stimme: Ich konnte ja heut nicht kommen, denn ich hatte mit Intereſſen des Hofes zu thun, nicht des Hofes, den ich Euch ſtets zu machen wünſchte, meine theuerſte Gebieterin, ſondern des Hofes von Verſailles, ja, ja, des glänzenden Hofes ihrer allerchriſtlichſten Majeſtäten, des Königs Louis XVI. und der Königin Marie Antvinette. Wie Freund Cabanis für die ent⸗ zündeten armen Leute gearbeitet hat, ſo habe ich den ganzen Morgen für den Hof gearbeitet, denn Etienne