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ſchweifungen des Reifrocks war von ihr ſelten eine mäßigere Gränze geſteckt worden, wie ſie auch den mit kleinen Diamantenſpitzen beſetzten Schönpfläſterchen
keineswegs immer widerſtanden hatte.
Heut legte ſie aber, wie in einem Anflug von übermüthiger Laune, einen ganz veränderten Kopfputz an, nach welchem ſie auch die übrigen Theile ihres Anzuges weſentlich anders geſtalten mußte. Es war dies die Coiffüre à la jardinière, welche Monſieur Léonard, der berühmte Coiffeur der Königin, in ſo wunderbarer und eigenthümlicher Art erfunden und aufgebaut hatte. Dies war ein ſich hoch emporthür⸗ mender Aufſatz, der aus einer künſtlich gefalteten und aufgewundenen Serviette beſtand, die mit Gemüſen aller Art, mit einer kleinen Artiſchocke, mit einem Kopf Grünkohl, einer hübſchen Moorrübe und andern kleinen Rübchen, äußerſt maleriſch umſchlungen und ausgefüllt war.
Nachdem Madame Helvétius mit Hülfe ihrer Kammerfrau dieſe modiſche Neuerung ihrer Toilette vollzogen, ſtellte ſie ſich laut lachend vor den Spiegel, und prüfte die mit ihr vorgegangene Veränderung, über welche ſie auch keineswegs Urſache fand, ſich zu erzürnen. Die neue Mode ſchien ihr vielmehr ſo glücklich zu ihr zu paſſen, daß ſie noch mit eigner er⸗ finderiſcher Hand Verbeſſerungen daran vorzunehmen begann, als in dieſem Augenblick der Diener eintrat und meldete, daß bereits einige der erwarteten Gäſt im Vorzimmer eingetroffen ſeien. k
Es waren Cabanis und Chamfort, welche ſich be⸗ eifert hatten, die Erſten im Salon der Freundin zu ſein, und die jetzt Beide mit beſonderer Angelegent⸗ lichkeit von ihr empfangen wurden.
Wir machen das Recht der guten Nachbarſchaft geltend, unverſchämt pünktlich zu ſein! begann Cham⸗


