Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

reichs für die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu gewinnen, um die Hand der liebenswürdigen Witwe des Helvétius geworben. Aber Eliſe hatte ihm ſchon damals mit ihrer natürlichen Treuherzigkeit verſichert, daß ſie ihn durchaus nicht mehr heirathen würde, und ſie hatte dieſe Erklärung, ob⸗ wohl ſeitdem ihre gegenſeitige Freundſchaft und Zu⸗ neigung nur gewachſen war, auch jetzt bei ſeinen er⸗ neuerten Anträgen mit derſelben Feſtigkeit wiederholt. Damals warb Franklin zugleich mit Turgot, dem ehemaligen Miniſter Ludwigs XVI., in edler Neben⸗ buhlerſchaft um dieſen koſtbaren Beſitz, und jetzt, wo der Tod ſeinen großen Mitbewerber vor einigen Jah⸗ ren von der Bahn entfernt, war er, der lebensfriſche, heitere Greis, in Paris von Neuem auf dem Kampf⸗ platz ſeiner Liebe erſchienen.

Madame Helvétius, obwohl ſie es heut beſonders darauf abgeſehen hatte, mit ihrem fünfundſechszigſten Jahre mächtig ins Gewicht zu fallen, hatte jedoch hinſichtlich ihrer Toilette, mit der ſie ſich jetzt ernſtlich zu beſchäftigen anfing, einer ſehr intereſſanten Ver⸗ ſuchung nicht widerſtehen können. Sie war nämlich in demſelben Augenblick, wo ſie ihren alten Anbeter ab⸗ ſchrecken zu müſſen glaubte, auf den faſt boshaften Ein⸗ fall gerathen, ſich durch Aneignung des neuen Kopſfputzes, der durch die junge Königin Marie Antvinette ſeit Kurzem in Mode gekommen war, einen neuen Reiz beizulegen.

Madame Helvétius hatte bisher noch den Moden der Regentſchaft treu gehuldigt, und da ſie in die⸗ ſen ſchön und liebreizend geweſen war, ſo hatte ſie kein Bedenken getragen, dieſelben auch in ihr ſpäteres Alter mit hinüberzunehmen. Beſonders hatte ſie mit dem Goldpuder in ihren ſchönen blonden Haaren einen unwiderſtehlichen Eindruck gemacht, und den Aus⸗