lin ſeit ſeinem erneuerten Aufenthalt in Paris über⸗ häuft wurde, es zu einer Seltenheit gemacht hatten, ſeiner auch einmal im vertrauten Freundeszirkel hab⸗ haft zu werden. Der große Freiheits⸗ und Unabhän⸗ gigkeits⸗Vertrag, welcher die Selbſtſtändigkeit der Ver⸗ einigten Staaten von Nordamerika begründete, und zu dem Franklin im vergangenen Jahre 1783 als bevoll⸗ mächtigter Miniſter ſeines Vaterlandes, zugleich mit den Vertretern Englands, die Präliminarien in Paris unter⸗ zeichnet hatte, war wie ein zündender Funke in das Leben von Paris gefahren. Auf allen Seiten gaben ſich die lebhafteſten und bedeutſamſten Wirkungen da⸗ von kund, und es war zu einer Mode des Tages ge⸗ worden, den alten ehrwürdigen Franklin mit Auszeich⸗ nungen und Verehrungen zu überſchütten.
Madame Helvétius hatte ſich daher ſeiner mit vieler Mühe für den heutigen Tag zu verſichern ge⸗ ſtrebt, und daß gerade dieſer Tag dazu auserſehen worden, hatte noch ſeinen beſonderen Grund, der nicht ſowohl aus der Politik, als vielmehr aus einer ſehr gemüthlichen und liebenswürdigen Koketterie bei ihr hervorging.
Sie feierte heute ihren fünfundſechszigſten Na⸗ menstag, und wollte dieſe vorgerückte Zahl ihrer Jahre beſonders gegen ihren Freund Franklin, der ſeine Freundſchaft für ſie bis zu Anſprüchen auf den Beſitz ihrer Hand geſteigert hatte, zum Bewußtſein bringen, indem ſie ihn liſtig veranlaßte, einen Tag mitzufeiern, der ihr Alter und ihren für eine neue Heirath ſchlecht geeigneten Matronenſtand unzweifelhaft und förmlich genug erklärte.
Doctor Franklin, der bereits ſelbſt in ſein acht⸗ und ſiebenzigſtes Jahr getreten war, hatte ſchon vor acht Jahren, als er ſich zum erſten Mal in Paris befand, um als Unterhändler die Anerkennung Frank⸗


