—ℳ
ordentliche Schönheit ihrer Jugend war auch den vor⸗ gerückten Jahren noch nicht gewichen. Die großen, ſeelenvollen Augen hatten für Jeden, auf dem ſie lä⸗ chelnd ruhten, etwas Hinreißendes, und wenn Eliſe Helvétius, in der anregenden und leitenden Theilnahme an den Geſprächen ihres Salons, als der ſinnige Ge⸗ nius erſchien, der es Allen offenbarte und beſtätigte, daß bald etwas Neues und Großes geſchehen müſſe, um die franzöſiſche Nation zu retten und aus verkom⸗ menen und entarteten Zuſtänden zu befreien: ſo war ſie bald darauf auch wieder der ſchalkhafte und neckende Geiſt ihres Kreiſes, und ihre beflügelten Scherze und Einfälle bannten ſofort wieder die zu große Schwere und jeden allzu bittern Stachel der Unterhaltung.
Madame Helvétius war eine große und erhabene Geſtalt, die in ihrer äußern Bildung wie in allen ihren Manieren ihre vornehme ariſtokratiſche Geburt keineswegs vergeſſen ließ. Aber das Weſen der Ariſto⸗ kratin, welches noch jeden Augenblick daran erinnerte, daß ſie die Tochter des Grafen von Ligneville geweſen, hatte ſich zugleich auf eine eigenthümliche Weiſe mit einer idylliſchen Natürlichkeit, die ihr eigen war und die zugleich mit ihrer Vorneigung für das Landleben und für ländliche Beſchäftigungen zuſammenhing, ver⸗ ſchmolzen.
Madame Helvétius hatte auf ihrem Landhauſe in Auteuil dem philoſophiſchen Salon zugleich einen länd⸗ lichen Hintergrund an der Meierei gegeben, welche ſie dort angelegt und die von ihr mit dem größten Eifer und einer unabläſſigen Geſchäftigkeit unterhalten wurde.
Beſonders war es aber ihr Hühnerhof, dem ſie die ausgeſuchteſte Sorgfalt widmete, und auf dem ſie täglich mehrere Stunden mit der Pflege ihrer Hühner, Enten und Gänſe und einer zahlloſen Menge von Vögeln aller Art hinbrachte. Unter ihren Vögeln


