Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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teſte, lebensvollſte und in den Augen der Regierung ſogar gefährlichſte Geſellſchaftskreis entſtanden.

Seit dem Salon der Madame Geoffrin in Paris, der faſt ein halbes Jahrhundert hindurch alle einhei⸗ miſchen und fremden Größen in ſich geſammelt und gepflegt hatte, war in Frankreich kein geſellſchaftlicher Zirkel von ſolcher Bedeutung, wie ihn Madame Hel⸗ détius in Auteuil um ſich ſah, gebildet worden. Es ſtand darin noch der Altar der Ideen, die Claude Adrien Helvétius in ſeinem berühmten, von Geiſtlichkeit und Parlament gleich ſtark angefochtenen und von der Hand des Henkers öffentlich verbrannten Buchevom Geiſt ausgeſtreut hatte. Und ſeine Freunde, die, wie Di⸗ derot und der Baron von Holbach, zum Theil Mitarbei⸗ ter an dieſem Werke geweſen, waren auch dieſem Hauſe, in dem ſeine Witwe als treue und liebevolle Pflege⸗

rin ſeines Andenkens und ſeines Wirkens waltete, treu

geblieben. Dazu hatten ſich jüngere Kräfte geſellt, wie der Marquis Condorcet, der liebenswürdige, geiſt⸗ und witzſprühende Chamfort, ferner der Arzt und Philoſoph Cabanis, der ſeit einiger Zeit in Autenil ſelbſt ſeinen Wohnſitz genommen, und ſeit Kurzem auch der

Graf Gabriel Riquetti von Mirabeau, eine neue,

durch Chamfort in dieſem Kreiſe eingeführte Perſön⸗ lichkeit, auf welche die freidenkenden Bewegungsmänner im Landhauſe von Autenilgroße Hoffnungen ſetzenwollten.

Dieſer ländliche Salon, in dem oft himmelſtür⸗ mende und in Verſailles bereits ſehr beargwöhnte Dinge verhandelt wurden, empfing durch die Perſön⸗ lichkeit der Madame Helvétius gewiſſermaßen eine Weihe der Unſchuld. Heiterkeit, Grazie und Geiſt vereinigten ſich in ihr mit einer kindlichen Herzens⸗ güte, die ſich bei jeder Gelegenheit geltend machte, und'einen mildernden, verſöhnenden Einfluß auf Alles, was in ihrer Umgebung geſchah, ausübte. Die außer⸗