Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Volkes geſagt, fordert den dritten Stand recht eigent⸗ lich auf, tie wahren Rettungsbund mit den Herren von der Geiſtlichkeit zu ſchließen. Im Uebrigen aber, Herr Biſchof, lagen Talleyrand⸗Périgord und Mira⸗ beau ſich einſtmals nicht blos als politiſche Reprä⸗ ſentanten in den Armen! Ich ſehe, Ihr glaubt noch immer, daß ich es eigentlich geweſen, der, gegen Euern Rath und Euern ausdrücklichen Wunſch, das Buch über den preußiſchen Hof in den Druck gehen ließ? Ei, mein lieber Graf von Mirabean, entgegnete der Biſchof mit einem ſtechenden Lächeln, es iſt dies ja ein ausnehmend hübſches Buch, und Ihr habt mir ja darin ſelbſt ein artiges Lob geſpendet, indem Ihr mich zu den hoffnungsvollſten Geiſtern der Epoche gerechnet. Aber dies Buch wurde für die Regierung freilich ſehr unangenehm, beſonders da in dem Angen⸗ blick, wo es erſchien, ſich gerade der Prinz Heinrich von Preußen in Paris befand, den Ihr auf eine ſo fürchterliche Weiſe mitgenommen habt. Und lediglich deshalb, weil ich den Prinzen kenne, und weil man zugleich in vielen Kreiſen glaubte, daß der erſte Ge⸗ danke zu Euerer Miſſion nach Preußen von mir aus⸗ gegangen ſei, wurde mir die Sache einen Augenblick lang recht unangenehm.*) Jetzt aber ſind wir hier auf dieſem glatten, ſehr glatten Eſtrich der neuen Reichsſtände, mein alter Freund! Der Clerus und der dritte Stand werden ganz gewiß zuſammengehen müſſen, wenn ich auch für die Rede meines ehrwür⸗ digen Collegen, des Biſchofs von Nancy, nicht ſo ſchwärmen kann, wie Ihr! Ja, ja, mein lieber Graf Mirabean, Ihr ſeid ſchon immer trotz Enerer andern Paſſionen ſehr parteiiſch für meine lieben Collegen

Corréspondance entre le Comte de Mirabeau et le Comte de la Marck I. 344.