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Tochter Neckers, in ihrer lebhaften Weiſe, indem ihre geiſtvollen Augen Flammen ſprühten. Es war ein großes, ſchönes, die erhabenſten Gedanken in ſich ſchließendes Schauſpiel! Nation und König, welche ſich an die Bruſt geſunken ſind, und zuſammen beten gehen wollen, um ihren Bund für die Wiedergeburt des Vatevlandes zu beſchwören, iſt das nicht ein An⸗ blick, durch welchen die Thräne des Entzückens ge⸗ bören werden muß?
Sie drückt ſich immer etwas exaltirt aus, dieſe Tochter Neckers, ſagte Chamfort leiſe zu ſeinem Freunde. Auch in ihrer Schrift über Jean Jacques Rouſſeau ſind mir zu viel turbulente Stoßſeufzer, von denen ich mich halb gekitzelt und halb geprügelt fühle, und man weiß nicht, ſoll man der ſchönen Verfaſſerin dafür einen Kuß oder einen Naſenſtieber geben. Wenn Herr Necker morgen ſeinen Eröffnungs⸗Biscvurs hält, werden wir gewiß wieder einigen Ideen ſeiner ſuper⸗ klugen und angebeteten Tochter darin begegnen. Man ſagt, daß Necker unter dem Pantoffel ſeiner geiſtrei⸗ chen Tochter ſteht?
Hören wir, was die ſchöne Frau von Montmorin ſagt, erwiederte Cerutti, ſeinen Freund bedeutend. Sie machte der Fran von Stasl Vorwürfe darüber, daß ſie ſich einer ſo großen Freude überlaſſen habe.
Ich bitte Dich, hörte man jetzt Frau von Mont⸗ morin auf dem Balkon ſagen, wie kannſt Du wohl an den heutigen Tag ſo freudige Erwartungen knüpfen? Du haſt Unrecht, denn das größte Unheil für Frank⸗ reich und für uns wird aus dem folgen, was wir heut geſehen haben.*)
*) Frau von Montmorin wurde ſpäter in die Revolutions⸗ ereigniſſe hineingezogen und endete ihr Leben auf dem Schaffot. Vgl. Madame de Stasl Considérations sur la Révolution fran- gaise p. 187.


