Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Aber der Muth, bei dieſer Gelegenheit den Anſang zu machen, mochte allerdings einen Mirabeau erfordern. Doch ſeht, jetzt flammt ſchon ganz nahe zu uns der Adel Das iſt eine förmliche Demarcationslinie, die ſich zwiſchen dem weiſſagungsvollen Schwarz des dritten Standes und dem goldfarbigen Adel hinzieht.

Die hundertundfunfzig Adels⸗Abgeordneten ſchritten jetzt in ihrer prunkvoll ritterlichen Tracht heran, wäh⸗ rend der mächtige Ruf des Volkes: es lebe der dritte Stand! noch nicht verhallt war. Sobald ſich aber der Zug des Adels entwickelte, trat eine lautloſe Stille unter der Menge ein, und man ließ die vornehmen und geputzten Herren mit einem allgemeinen, faſt ängſt⸗ lichen Schweigen vorüberwandeln. Der Adel trug ebenfalls ein ſchwarzes Kleid, aber mit einer Unter⸗ weſte von Goldtuch, und mit Spitzen⸗Zierrathen und koſtbaren Stickereien aller Art, mit einem ſeidenen Mantel, einer Spitzen⸗Cravatte und manchen glän⸗ zenden Abzeichen beſonderer Art. Vornehmlich aber war es der aufgeſchlagene Federhut à la Henri quatre, mit den ſtolz einherflatternden weißen Büſchen, wo⸗ durch die prächtige Haltung dieſes Standes ſich am meiſten charakteriſirte, und einen alle Andern über⸗ treffenden und beſiegenden Eindruck anzuſtreben ſchien.

Da wimmelt es von Marquis, Grafen, Vicomtes, Baronen, Marſchällen, Generälen, Präſidenten! ſagte Sanſor die ſtrahlenden Reihen! dieſes Standes mit lächelndem Auge überfliegend. Man ſieht es dem ruhi⸗ gen Aufzuge dieſes Standes gleich an, daß er nicht das prickelnde Advokaten-Blut in ſich trägt, welches den dritten Stand vorzugsweiſe durchrieſen wird. Die Mehrzahl ſind auch Advokaten unter jenen Ab⸗ geordneten des dritten Standes, und hier ſehen wir lanter geſättigtes und in ſich ſeibſt ruhendes Vollblut vor uns. Und an der Spitze des Adels, wen erblickt