Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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mit denen zuſammen er den dritten Stand zu ver⸗ treten die Ehre hat?

Das ſchwarze Kleid iſt nur für die Bürgerlichen des dritten Standes vorgeſchrieben, entgegnete Cham⸗ fort, und Mirabeau liebt es einmal nicht, ſeine Toi⸗ lette zu ändern. Aber dafür ſchreitet er dort Arm in Arm mit jenem Gérard, dem herkuliſchen Bauer aus der Bretagne, welcher der Freiheits⸗Apoſtel ſeiner Ge⸗ gend geworden, und mit ſonnenverbrannter Stirn und ungeheurem Gliederbau ſich in ſeiner eigenen Kraft wiegt. Unſer Freund Mirabeau aber feiert heute zu⸗ gleich den Triumph aller ſeiner Seht, wie das Volk ſich von allen Seiten danach drängt, ihn, nur ihn zu ſehen. Man ihn ſchon von Weitem geſucht und erſpäht, das Volk zeigt ſich ihn mit den Fingern, es ſeinen Namen mit den Lippen. Bravo, Mirabeau, ſo biſt Du denn auf der Sonnen⸗ höhe angelangt, auf der wir Dich läugſt zu ſehen ge⸗ ſtrebt! Was haſt Du nicht Alles leiden müſſen, aber in allen Deinen Duldungen biſt Du zugleich der Lei⸗ densgefährte der Nation geweſen, und die Nation will nun aus dem Kameraden ihrer Schmerzen ihren Hel⸗ den machen. Glück zu, Mirabeau!

Sein Name iſt ohne Zweifel der populairſte in Frankreich geworden, ſagte der Abbé, dem vorüber⸗ ſchreitenden Mirabeau nachblickend. Selbſt von allen perſönlichen Schickſalen ſeiner Jugend, von den Käm⸗ pfen mit ſeinem tyranniſchen Vater, von ſeinen Ge⸗ fangenſchaften und Kerkerqualen, von feinen Liebesaben⸗ teuern erzählt ſich das Volk ſo erbauliche Geſchichten, wie ſie in den Mährchen von den alten Heroen und Rittern ausgeſponnen werden. Mirabeau iſt bereits eine Geſtalt für die Nation geworden, man weiß ſelbſt nicht wie, und ſo werden ſich gewiß noch die grßten Thaten des Jahrhunderts an ihn knüpfen.