Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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ſehr empört und beleidigt fühlen, daß ihnen das Regle⸗ ment gerade eine ſolche Tracht aufgenöthigt hat.

Das ſind gewiß nicht die Rechten, welche ſich dar⸗ über beleidigt fühlen können, erwiederte Chamfort in ſeinem lebhaften Eifer. Gerade darin beweiſt der dritte Stand, daß er die Nation iſt, indem er keine bunten Abzeichen und Schnörkel eines beſonderen Stan⸗ des mehr an ſich trägt. Seht dagegen den Adel, der dort hinter ihm herangezogen kommt, wie glänzend und ſchreiend er mit ſeinen Goldſtickereien, ſeinen wehenden Federbüſchen und dem ganzen Lurus ſeines Koſtüms ſchon aus der Ferne uns zuſchimmert. Das iſt ein Stand, das iſt der Adel! Das Kleider⸗Regle⸗ ment, über welches man am Hofe in Verſailles ſo lange geklügelt, hat für den dritten Stand gerade das Beſte und Bedeutſamſte getroffen, dünkt mich. Der Stand des Volkes iſt ſchwarz, und wahrlich, er hat genug gelitten, um über einen Staat, der ihm ſo viel zugemuthet, auch noch am hentigen Tage trauern zu können. Aber ſeine Tracht iſt zugleich die der Rechts⸗ gelehrten und Staatsräthe im Mittelalter, und darin liegt etwas ungeheuer Pfiffiges, mein lieber Freund. Denn der dritte Stand es, der jetzt berufen iſt, dem Staat zu rathen, und der jetzt kommt, Recht zu ſprechen zwiſchen dem König und der Nation, zwiſchen der Vergangenheit und der Znkunft.

Ah, da entdecke ich nun endlich auch unſern Freund Mirabeau, wie er inmitten der Glieder des dritten Standes ſo ſtattlich und gewaltig einherſchreitet! rief Cerutti, indem er mit der Hand auf Mirabeau hin⸗ deutete. Aber ſieh, warum hat er denn nicht auch die Toilette des dritten Standes angelegt? Warum er⸗ blicken wir unſern genialen Freund in ſeinem gewöhn⸗ lichen Cavalier⸗Koſtüm unter den Schwarzmänteln,