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Bei dem Auftreten des dritten Standes war die ganze auf der Straße verſammelte Volksmaſſe in ſi ungeheuren Beifallsruf ausgebrochen. Man klatſcht in die Hände, warf die Hüte in die Höhe und 6 ſeine Freude durch alle möglichen Ausrufungen zu er⸗ kennen. Von den Fenſtern und den Balkonen wehten die Damen mit ihren weißen Tüchern, auf allen Geſichtern drückte ſich Stolz und Freude aus, und in vielen Augen ſah man Thränen des Entzückens ſchimmern.
Das iſt der dritte Stand! ſagte Chamfort, indem er in freudiger Aufregung ſeinen Arm um den Hals des Abbé ſchlang. Bei jedem ihrer Schritte pocht mir mein Herz, wie es einem Bräutigam nur bei dem Anblick ſeiner Braut geſchehen kann. Dieſer dritte Stand repräſentirt keinen Stand, ſondern die ganze Nation. Merkt auf, Freund Abbé, das iſt der unge⸗ heuere, die ganze Zeit durchbebende Unterſchied. Aus einer Erdſpalte, die man offen gelaſſen, iſt dieſer Trog⸗ lodyt der Geſchichte plötzlich an das Tageslicht hervor⸗ gebrochen, aber kaum iſt er oben an der Oberfläche, ſo erkennt man ihn wieder, den Verſtoßenen, als das ächte Kind der Freiheit und als den Liebling der Sonne, und jetzt wird Keiner mehr glücklich ſein, ehe dieſer nicht ſein Glück gefunden!
Ihr werdet noch von Eurem Schachtiſch herunter⸗ fallen, wenn Ihr Euch ſo ſtürmiſch hin⸗ und herbe⸗ wegt, Freund Chamfort! rief Abbé Ceérutti, den Be⸗ weglichen feſthaltend. Ich liebe, wie Ihr, den dritten Stand, wenn ich ihn auch nicht für die eigentliche Nation' halten kann. Aber ſagt mir, warum hat man ihm denn dieſes trübe und durftige Koſtüm gerade an ſeinem heutigen Ehrentage angelegt? Wie ich höre, ſollen viele Herren des dritten Standes ſich darüber


