Freunde. Dieſe Glocken werden über alle Länder und Völker klingen. Dieſe feſtlichen und bedentſamen Klänge ſagen es Ench ja ſchon an, Cerutti, daß die Volks⸗ partei geſiegt hat oder ſiegen will, denn das iſt daſ⸗ ſelbe. Der Wille des Volkes iſt immer auch ſeine That. Dieſe Glocken tönen nicht nur für alle Völker, ſondern auch für alle Zeiten, denn ſie werden die ganze Zukunft durchhallen!
Jetzt begannen die Muſikchöre, die in gewiſſen Zwiſchenräumen aufgeſtellt waren, feierliche und an⸗ muthige Melodieen zu ſpielen. Gleichzeitig erklangen die Militair⸗Märſche, die Wirbel der Trommeln und der durchdringende Schall der Trompeten, in welche ſich die mit einem edlen und würdigen Aufſchwung emporſteigenden Geſänge der Prieſter miſchten.
Die Prozeſſion näherte ſich jetzt. Der Clerus von Verſailles, der in ſeiner Mitte die Muſik der könig⸗ lichen Kapelle hatte, eröffnete den leicht und raſch da⸗ hinwandelnden Zug. Dann erſchienen zuerſt die Ab⸗ geordneten des dritten Standes, oder der Gemeinen, wie die Vorſichtigeren zu ſagen liebten. Man erblickte ſie ſämmtlich in einem ſchwarzen Anzug, mit einem darüber gebreiteten ſeidenen Mäntelchen von ſchwarzer Farbe und einer Battiſt⸗Cravatte. Schon durch ihre überwiegende Maſſe, welche auf die Zahl von ſechs⸗ hundert Männern ſich belief, ſtellten ſie ſich in der Prozeſſion als den überwiegenden Beſtandtheil dar, der durch das unterſchiedsloſe Schwarz, in dem er ſich färbte, einen eigenthümlich ernſten und faſt unheim⸗ lichen Eindruck machte. Aber dieſe Männer wandelten zugleich in einem ſo feſten Schritt, in einer ſo ruhigen und ſtarken Haltung einher, daß ſie die Bedeutung, welche auf ihnen, als dem Kern des Bürgerſtandes, an dieſem Tage ruhte, ſchon mit mächtiger Zuverſicht auszuſprechen und in's Bewußtſein zu rufen ſchienen.


