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jetzt den philoſophiſchen Marquis unmittelbar vor ihrer Adlernaſe ſtehen, und ſie hat alle Urſache, ſich deshalb ein wenig auf die habsburgiſche Unterlippe zu beißen. Denn wenn die Königin jetzt den unange⸗ nehmen Marquis nehmen will, ſo fällt ſie dem unten ſtehenden Thurm unrettbar in den Rachen. Uebrigens beweiſt mir dies Euer reactionnäres Raiſonnement, Herr Abbé, daß wir noch immer nicht vollſtändige Geſinnungsgenoſſen ſind, und ſelbſt an dem Tage, welcher der Eröffnung der Reichsverſammlung voran⸗ geht, uns noch nicht einigen zu können ſcheinen.
Etwas conſervativer, als Freund Chamfort, werde ich wohl immer ſein und bleiben müſſen, entgegnete Abbé Cerutti mit ſeiner liebenswürdigen Feinheit. Dieſer Standpunkt läßt mir zugleich die Freiheit, mich nach allen Seiten hin umzublicken, und ſo finde ich, daß Ihr unverſchämter Springer, der meiner Königin auf den Leib gehüpft iſt, eigentlich nur zum Schutz der königlichen Poſition beigetragen hat, denn ich kann nun meine Königin fortziehen, und ſage mit ihr Euerem König ein ebenſo ernſthaftes als nachdrück⸗ liches Schach.
Das Blatt hat ſich alſo gewandt, verſetzte Cham⸗ fort lachend. Nun gut, mein reactionnairer Herr Abbé, ich ſehe, daß Ihre Freundſchaft mit dem Herrn Finanz⸗ miniſter Necker Ihnen ſchon Früchte getragen hat. Sie haben von ihm gelernt, ſich durch Theater⸗Coups aus der Affaire zu ziehen. Da man Sie aber zu⸗ gleich wegen Ihrer genialen Ehrlichkeit, mit der Sie auch auf andere Meinungen einzugehen wiſſen, lieb⸗ gewonnen hat, ſo wirken ſolche Coups etwas ſtörend an Ihnen, und man fühlt ſich zur Rache gegen Sie gereizt, die man auch ſogleich vollzieht, indem man den philoſophiſchen Marquis wegzieht und damit auf der Stelle Ihre Königin angreift, gleichzeitig aber da⸗


