Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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ſtehenden bei dieſen Worten Chamfort's, worüber der⸗ ſelbe ſich ungemein zu beluſtigen ſchien.

Die Sache iſt nicht ſo ſchlimm als ſie ausſieht, erwiederte der Abbé, indem er mit der größten Ruhe eine Figur zog. Man zieht einen Laufer vor, und überhebt dadurch König wie Königin jeder Bedrohung durch eine gemeine Figur.

Die Laufer ſind nicht mehr im Stande, König und Königin zu retten, verſetzte Chamfort mit Nach⸗ druck. Denn die Laufer, das ſind doch wohl die ge⸗ treuen Hofleute, die den Majeſtäten von Hauſe aus zur Seite geſtellt ſind, und die nur immer in ſchräger Richtung ſich bewegen, wenn ſie im Dienſt ihrer Herr⸗ ſchaft ausrücken. Dieſe Hofleute ſind ja verloren, ſo⸗ bald nur der erſte beſte Springer auf ſie Jagd macht.

Dieſer Euer Springer, entgegnete Cerutti mit eini⸗ ger Aergerlichkeit, kommt mir allerdings jetzt auf ſehr ungelegene Weiſe herangeſprungen. Der Springer, um in den Fußtapfen Euerer eigenen Gleichniſſe zu bleiben, iſt in der That eine höchſt demokratiſche und alles Beſtehende durchkreuzende Figur. Dieſe Sprin⸗ ger, ſind ſie nicht am Ende die philoſophiſchen Mar⸗ guis der Epoche? Ihre umher hüpfende Bewegung erinnert an die Trugſchlüſſe einer gewiſſen Spekula⸗ tion, und die Art, wie ſie den König in Schach ſetzen, und wie mit einer Schlangenwindung umgarnen, hat etwas ſo hinterliſtig Philoſophiſches, wie man es nur in Eurem Feldlager, Herr von Chamfort, finden kann. Ich greife aber Euern Springer, dieſen zerſtörenden Denker, durch einen Bauer an, denn Ihr ſollt nicht glauben, daß das Königthum ſchon ganz von den Bauern verlaſſen ſei.

Ich kümmere mich aber ganz und gar nicht darum, ſondern nehme Euch mit meinem Springer den Laufer weg, erwiederte Chamfort eifrig. Euere Königin hat

Mirabeau. III. 14