Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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um ſich in dieſem feierlichen Aufzuge der drei Stände nach der Kirche Saint⸗Louis zu begeben.

In dem Augenblick, wo ſie kommen, wird Euer König auch matt geworden ſein, ſagte Chamfort zu dem Abbé Cerutti, indem er demſelben plötzlich mit einer überraſchenden Wendung Schach geboten hatte.

Dies Schach dem König! ſieht allerdings ſehr drohend aus, entgegnete Abbé Cerutti mit ſeinem feinſinnigen Lächeln. Aber man ſtellt die Königin davor, und erzeugt dadurch eine neue und pikante Situation, die Ihnen zu ſchaffen machen wird, mein Theuerer.

Das iſt das Schlimmſte, was geſchehen kann, wenn ſich die Königin vor den König ſtellt, entgegnete Chamfort mit einer drolligen Gebärde. An dieſer Sitnation iſt das ſchöne Frankreich ſchon faſt zu Grunde gegangen, und Euer Spiel ſollte ſich dabei halten können, Abbé Cerutti? Die Königin, mein Freund, darf ſich nie vor den König ſtellen, weil ſie ſich ſonſt den Anſchein giebt, mitzuregieren und in den Staat ſelbſt hineinzupfuſchen, was ein ganz infames Stück Frauenzimmer⸗Arbeit iſt. Wie viel beſſer ſähe es um den König aus, wenn die Königin nicht aus Eitelkeit, und in dem ſtolzen Wahne, daß alle Politik ſich am beſten in ihren Händen befinde, ſich beſtändig zwiſchen den Thron und das Volk geſtellt hätte. Merket wohl, da ſchiebt ſich endlich der durch zwei Bauern geſchützte Thurm heran, durch welche Figuren ſich mir immer eine Volkspartei in aller ihrer Naturkraft und fittlichen Energie vorſtellig gemacht hat. Dieſe Volksgruppe von Thurm und Banern ſtellt ſich nun unmittelbar der ſchönen Königin gegenüber, und bedroht mit einem höchſt empfindlichen gardez für die Königin zugleich die regierende Majeſtät ſelbſt.

Ein lautes Bravv erſcholl von Seiten einiger Um⸗