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IV. Die Prozeſſion der drei Ständr.
Es war am 4. Mai 1789, an einem heitern und ſonnigen Frühlingsmorgen, als Chamfort vor der Thür eines Caféhauſes in Verſailles ſaß, und mit einem Freunde, dem Abbs Cerutti, mit dem er vor einigen Tagen von Paris hierher gekommen war, ſich in eine Schachpartie eingelaſſen hatte.
Die beiden Freunde hatten ſich mit dem größten Ernſt in ihr Spiel vertieft, obwohl der Platz, auf dem ſie ſich befanden, keineswegs die günſtige Ruhe dazu gewährte, ſondern durch eine Menge von Men⸗ ſchen, die ſich auf demſelben verſammelt hatten, und dort in immer ſtärker anwachſenden Schaaren ſich auf⸗ zuſtellen begannen, wenig Raum mehr für die Alles um ſich her vergeſſenden Schachſpieler übrig zu laſſen ſchien. Sie behaupteten jedoch in unerſchütterlicher Ausdauer den kleinen Tiſch, mit dem ſie ſich in einer Ecke des Gitters, das an dem Kaffeehauſe entlang lief, eingeklemmt hatten, und ließen, unbekümmert um die herandrängenden Volkshaufen, der Bewegung ihrer Figuren freien Lauf.
Bald hatte ſich aber auch ein engerer Kreis um die beiden Spielenden gebildet, der, da das heut er⸗ wartete Schauſpiel ſich auf den Straßen von Verſailles noch immer nicht zeigen wollte, einſtweilen ſeine Anf⸗ merkſamkeit darauf verwendete, den Zügen zuzublicken, in denen Chamfort und Cerntti ihren Scharfſinn ge⸗ geneinander wetteifern ließen.
Als Chamfort einige Male zu den nahe bei ihm
Stehenden emporgeblickt hatte, ſah er ſich veranlaßt,
dieſen Perſonen freundlich zuzunicken, obwohl ihm nur die Geſichter derſelben bekannt waren. Es waren


