Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

bereit ſein wollen, in die Schlacht zu ziehen oder treu zu ſeinen Dienſten zu ſtehen, denn wie unſere blauen Röcke zeigen, daß auch der Bürger ſeinen eigentlichen Stand in der Armee des Königs hat, ſo iſt das Blau auch die Leibfarbe der Treue, mit der wir jeden Tag mnn jede Stunde an unſer Königshaus uns gefeſſelt ühlen.

Vor dieſem Patriotismus nimmt ſelbſt Graf Mi⸗ rabeau ſeinen Hut ab! ſagte Mirabeau, indem er den Bürger freundlich grüßte und nun raſch den Rückweg zu ſeinem Hötel antrat, welches er in kurzer Zeit wieder erreicht hatte.

Henriette empfing ihn freudig und fröhlich, und zeigte ihm mit einem triumphirenden Lächeln, wie weit ſie bereits in ihren Bemühungen vorgeſchritten, die ausgepackten Sachen zu ordnen und einiges Behagen in den düſtern und winkeligen Gaſthofszimmern zu verbreiten.

Mirabeau ließ jedoch die Freundin diesmal nach einer kurzen Begrüßung ſtehen und ſtürzte an den Schreibtiſch. Dort nahm er einen ſchon bereit lie⸗ genden Briefbogen, auf den er ſtehend folgende Worte hinwarf:

Sire!

Gewiß iſt es eine zu vemeſſene Vorausſetzung, Ew. Mojeſtät um eine Andienz zu bitten, wenn man nicht in der Lage iſt, von einer Angelegenheit ſprechen zu können, die ein beſonderes Intereſſe dar⸗ zubieten vermag. Aber wenn Sie einem Franzoſen, der ſeit ſeiner Geburt die Welt erfüllt gefunden hat von Ihrem Namen, den Wunſch verzeihen, den größten Mann dieſes Jahrhunderts und vieler an⸗ deren näher zu ſehen, als man gewöhnlich die Kö⸗ nige ſieht, ſo geneigen Sie mir die Gunſt zu be⸗ willigen, daß i nach Potsdam kommen und Ihnen