Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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übergekommen ſind? Man hätte alſo hier das Spree⸗

waſſer nicht weit, um damit die andern deutſchen Jungfrauen, ſobald man ſie nur erſt in das preußiſche Schloß hereingelockt haben wird, zu taufen. Euere Spree ſcheint mir aber ein ſehr patriotiſcher Fluß zu ſein, denn ſie küßt ſo recht inbrünſtig die Füße Eueres Königsſchloſſes, und Ihr belohnt ſie dafür auch kö⸗ niglich, indem Ihr der Spree die Ehre anthut, ihr wehmüthiges Tintenwaſſer einen Strom zu nennen.

Scheltet mir ja die Spree nicht, Herr Graf, denn ſie iſt unſer beſtes Kleinod, rief Meiſter Sommerbrodt mit einem komiſchen Eifer. Die Spree gehört zu unſerem Nationalcharacter, denn ſie fließt ſo ruhig und ohne Stürme, wie das berliner Gemüth, dahin. Auch ihre dicke Tintenfarbe iſt ja recht ſchön. Es kann ihr dadurch nicht Jeder gleich auf den Grund ſehen, während man in Euerer Seine ſo leicht man⸗ ches Schlimme ſieht, worin Euer Nationalcharacter ſich entblößt zu haben ſcheint.

Ihr ſeid ein ſcharfer Beurtheiler der Nationen, Herr Sommerbrodt, erwiederte Mirabeau, laut la⸗ chend. Aber Euer König, der große Friedrich, um deſſen willen ich eigentlich hergekommen bin, wohnt niemals in dieſem ſchönen großen Schloſſe?

Der Schuhmacher ſchüttelte verneinend mit dem Kopfe und ſagte dann: Da müßt Ihr nach Potsdam gehen und nach Sansſouci, wenn Ihr den alten Fritz ſchauen wollt. Dort iſt er zu Hauſe, denn ihm iſt hier nimmer recht wohl, wie ſehr wir ihn auch lieben und ſeiner begehren. Dem alten großen Herrn wird's überhaupt nicht mehr recht wohl werden in ſeiner Haut. Alle ſeine Feinde hat er beſiegen kön⸗ nen, nur das Alter nicht. Der General⸗Feldmarſchall Podagra ſoll ihn in dieſem Angenblick wieder fürch⸗ terlich beim Wickel haben. Sein Krückſtock wehrt ſich