Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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mein neuer Freund, iſt man in ſolchen Dingen ſchon viel weiter, glaube ich, und ſobald Ihr nur wolltet, würdet Ihr alle andern Völker in der Brüderlichkeit und Gleichheit weit überflügeln.

Ich weiß nicht ganz, wie der Herr Graf Das meint, entgegnete Herr Cordonnier mit einem pfiffigen Lächeln. Ihr wollt uns alſo rathen leichtere Stiefel anzuziehen, um, Eurer Meinung nach, ein beſſeres Fortſchreiten zu bekommen? Euer franzöſiſches Schuh⸗ werk iſt in der That auch nicht ſchlecht, muß ich ſagen, ja es iſt, was dort gearbeitet wird, unſerem deutſchen Pechdraht in vielen Stücken gewiß vorzu⸗ ziehen. Ich habe auch einmal in Paris gearbeitet, als ich auf meiner Wanderſchaft war, und habe dort Manches gelernt. Aber Das, meine lieben Fran⸗ zöschens, habe ich doch nicht von Euch gelernt, wie man Siebenmeilenſtiefel verfertigt, denn mit dieſen würde man doch noch weiter kommen, als mit Euerem lackirten Kalbleder, wie trefflich Ihr auch darin zu arbeiten verſteht. Aber ich will Euch auch ſchon etwas Extra's machen, Herr Graf, wenn Ihr bei mir be⸗ ſtellen wollt. Nicht mit ſtarken Sohlen, wie Ihr meint, Gott bewahre, das würde ſich für Euch nicht ſchicken. Aber Ihr habt einen ſchönen kleinen Fuß, und den will ich ſchon ſo bedienen, daß er ſich nichts vergeben, noch Schaden nehmen ſoll, wenn er unſer ſchlechtes berliner Pflaſter tritt.

Vortrefflich! Vortrefflich! rief Mirabeau, indem er ſich vor Vergnügen über ſeinen ihm ungemein zu⸗ ſagenden Gefährten die Hände rieb. An Eurer Seite und auf Euren Schuhen möchte ich wohl das ganze Deutſchland durchwandern. Ich bin im höchſten Grade begierig, Deutſchland kennen zu lernen. Ich kann Euch ſagen, Herr Sommerbrodt, daß dieſe Bekannt⸗ ſchaft mich von jeher gereizt hat. Dies Deutſchland