niſter⸗Hötel der auswärtigen Angelegenheiten zu thun habe, weil er dem Miniſter von Hertzberg, für den er arbeite, ein Paar neuer Schuhe überbringen müſſe.
Das iſt ja ein ungemein glückliches Zuſammen⸗ treffen, ſagte Mirabeau lachend, indem er ein Porte⸗ feuille aus ſeiner Bruſttaſche hervorzog, und ſich eines Briefes vergewiſſerte, an den er ſich in dieſem Au⸗ genblick erinnert gefühlt hatte. So erfahre ich doch bei dieſer Gelegenheit ſogleich, wo der Miniſter von Hertz⸗ berg wohnt, denn ich habe ein Empfehlungsſchreiben aus Paris an ihn mitgebracht, und will daßelbe vor⸗ läufig mit einer Karte von mir in ſeinem Hötel ab⸗ geben, um mich darauf zu einer gelegenen Audienz von dem Herrn Miniſter berufen zu laſſen. Es wäre mir ganz recht, wenn der Herr Miniſter von Hertzberg auch bei mir Etwas arbeiten laſſen wolſte, denn wenn ich auch leider kein Schuhmacher bin, ſondern nur der Graf Mirabeau, ſo weiß ich doch, wo die Staa⸗ ten in Europa und in Dentſchland der Schuh drückt, und ich könnte manchen guten Rath ertheilen, wie Preußen, wenn es nur auch einmal leichtere Stiefel anziehen wollte, ſich in der That zu den Höhen Eu⸗ ropa's hinaufſchwingen würde. Nicht wahr, Meiſter Cordonnier!
Ich heiße Sommerbrodt, erwiederte der Schuh⸗ macher mit vollſtändigem Selbſtvertrauen. Ihr ſeid ein Graf und ich bin ein Schuſter. Iſt man das in Eurem Lande gewohnt, daß zwei ſolche Leute, wie wir, ſo ohne Weiteres zuſammen über die Straße ſpazieren?
In Frankreich iſt man allerdings noch nicht ſo weit vorgeſchritten, erwiederte Mirabeau lächelnd, aber der Tag wird kommen, wo eine ſolche Geſellung des Grafen mit dem Schuhmacher erſt eine Weisheit, und dann ein Genuß ſein wird! Bei Euch in Deutſchland,
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