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fragte ihn Mirabeau, ob er denn wiſſe, daß Er auch ein Franzoſe ſei, was aber den Schuhmacher nicht in die geringſte Verlegenheit verſetzte. Derſelbe lüftete mit einem ironiſchen Seitenblick ſeine Mütze, und ſagte dann, ziemlich gutmüthig lächelnd: die Fremden ſind hier faſt alle Franzoſen, und man kennt Euch ſchon an einem gewiſſen vornehmen Kehrmichnichtdaran, mit dem Ihr durch unſere Straßen ſchlendert, und ſo thut, als wenn Euch Alles ganz egal wäre. Und wenn ihr unſer liebes Deutſch radebrecht, ſo nehmt Ihr Euch beſonders kläglich und leidend aus, und zerbrecht Euch ſchier die Zunge, ſo daß man Euch zur Kur ſogleich in unſere Charité ſchaffen möchte.
Euere Bemerkungen ſind nicht gerade ſehr ſchmei⸗ chelhaft, lieber Freund, aber ſie haben etwas ange⸗ nehm Erweckliches, verſetzte Mirabeau. Und wenn es Euch recht wäre, möchte ich in Eurer Begleitung wohl einen Theil dieſer guten und tüchtigen Stadt durchſchweifen. Ihr kehrt dann mit mir in mein Hötel zurück, um mir am Schluß unſerer Wanderung zu einem Paar neuer Stiefeln das Maaß zu nehmen, denn ich bin ziemlich abgeriſſen hier angekommen, und dies ſpitze berliner Pflaſter ſcheint mir einer ſtarken Sohle zu bedürfen.
Der Meiſter willigte mit ſichtlicher Zufriedenheit ein, ſtellte jedoch die Bedingung, daß der Weg durch die Stadt nach den Wohnungen ſeiner Kunden, bei denen er noch mit der Arbeit vorzuſprechen habe, be⸗ ſtimmt werde, wobei er Mirabeau das Anſinnen ſtellte, jedesmal draußen ſo lange zu warten, bis er die Stiefel abgetragen habe.
Mirabeau, der ſich in einer neuen Stadt zu Anfang ſtets in der heiterſten und angeregteſten Laune befand,
nahm das Erbieten an, und fühlte ſich noch beſonders
ergötzt, zu hören, daß ſein neuer Freund zuerſt im Mi⸗


