Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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von Preußen, in der ihm die äußere Eleganz noch ſehr zurückgeblieben zu ſein ſchien, auf nichts Beſſeres rechnen dürfe.

Die Stadt hatte zuerſt einen ungemein öden und leeren Eindruck auf ihn und ſeine Gefährtin gemacht, doch wußte er Allem, was er ſah und hörte, bald einen viel günſtigeren und bedeutſameren Character abzugewinnen.

Seiner Gewohnheit nach hatte er den erſten Tag, noch ehe er irgend etwas Anderes unternehmen wollte, faſt nur auf den Straßen von Berlin zugebracht, um die Phyſiognomie der Stadt in allen ihren einzelnen Theilen aufzufaſſen und das Leben in der gewöhnlichen Miſchung des Tages kennen zu lernen. Während Henriette zu Hauſe blieb, um den dunkeln und win⸗ keligen Zimmern, die ihnen in dem Hötel eingeräumt waren, mit der ihr eigenen Sorgſamkeit und Geſchick⸗ lichkeit den Anſtrich eines wohnlichen Behagens zu geben und ihre Sachen zu ordnen, hatte Mirabeau in ſeiner nie ermüdenden Beweglichkeit faſt die ganze Stadt durchlaufen und war an allen Ecken und Enden derſelben, ja ſelbſt vor einigen Thoren Berlins und im Thiergarten, geweſen. Er hatte ſich ſogar unter das Volk gemiſcht, ſoweit er die Gelegenheit dazu fand, und obwohl er bei ſeiner noch ſehr unvollkommenen Kenntniß des Deutſchen nur in gebrochener Redeweiſe ſich verſtändlich machen konnte, ſo erſetzte er dieſen Mangel doch durch die außerordentliche Kunſt des Fragens, die ihm von jeher zu Gebote geſtanden In ſeine Fragen wußte er Jeden, der ihm nur in den Wurf kam, ſo angelegentlich zu verſtricken, daß kein Entrinnen vor dieſer Wißbegierde möglich ſchien, die ſich ebenſo einſchmeichelnd als intereſſant zu gebärden wußte, und den Angeredeten zugleich auf die unwider⸗