Mitternachtskälte in der Straße vor dem Poſthauſe mit einander auf und abzuwandeln.
Am Nachthimmel war der feierliche Reigen der ſchönſten Sterne emporgegangen. Der Horizont ſchien eine wunderbare Saat von perlenden Feuerfunken zu ſein, und Henriette, die mit ſchwärmeriſchen Blicken in die unendliche Höhe hinaufſchaute, drängte ſich in⸗ niger an die Seite Mirabeau's, der ſeinen ſtattlichen Pelz, in den er eingehüllt war, zum Theil um die Schulter ſeiner zarten Freundin geſchlagen hatte. Sie begann heftig zu huſten, denn die Anſtrengungen der Reiſe, bei denen Mirabeau durchaus keine Rückſicht eintreten ließ, ſchienen ſich in ihrem ſeit einiger Zeit ſehr erſchütterten Geſundheitszuſtande bemerklich zu machen.
Sage mir, Mirabeau, begann ſie nach einem Au⸗ genblick des Schweigens, warum Du ſo fürchterliche Eile mit dieſer Reiſe haſt? Ich für mein Theil be⸗ klage mich nicht, denn ich kann einen guten Puff ver⸗ tragen, und eine ſolche Minute, wie dieſe, wo ich mit Dir, mein einzig geliebter Freund, unter dem Sternenglanz des vollen Himmels, von der ganzen Welt abgeſchieden und nur Dir vereint, daſtehe, wiegt für mich alle Strapazen und Aengſte auf, die nur ir⸗ gend noch kommen mögen! Aber die Kälte iſt ſehr bedeutend, und ich fürchte, daß der kleine Coco von dieſen Nachtreiſen ernſtlich Schaden nehmen könnte.
Er iſt ja bereits ein junger Mann von vier Jah⸗ ren, entgegnete Mirabeau leichthin, und er ſoll einmal ein tüchtiger Mann werden. Dies kann man nur, wenn man früh mit Mühſeligkeiten ſich herumſchlagen muß. Aber es wird ja wohl ſo ſchlimm mit ihm nicht werden, denn der Junge, dünkt mich, iſt gut eingepackt, und ſeine Wärterin, die ihn beſtändig in


