mit dem Schlafe rang, durch ihr heftiges Rütteln voll⸗ ſtändig zu wecken ſuchte.
In demſelben Moment aber hörte man zwei andere Schüſſe losgehen, die faſt gleichzeitig fielen. Eine Ku⸗ gel blieb in dem Innern des Wagens haften, verur⸗ ſachte jedoch nur eine Beule an dem Kutſchenſchlag und fiel dahn an den Boden nieder. Die Bewegung, die Henriette machte, und mit der ſie auch den ſich erſt jetzt ermunternden Mirabeau emporriß, wurde wahrſcheinlich die Urſache, daß Keiner von ihnen ge⸗ troffen worden war.
Der Hund brach jetzt in ein lautes Heulen aus, Henriette wehklagte leiſe in ſich hinein, und auch der kleine Coco fuhr mit ſchmetterndem Geſchrei von dem Schooß ſeiner Wärterin empor.
Nachdem Mirabeau ſich einigermaßen von ſeinem Erſtaunen erholt hatte, begann er zuerſt das Kind zu unterſuchen, um ſich von der Unverletztheit deſſelben zu überzeugen. Dann ſagte er zu ſeiner Freundin, nicht ohne eine Anwandlung von ſchauerlichem Gefühl: Das waren keine Diebe und Räuber, denn Leute dieſer Art ſind nicht ſo unerfahren in der Ausübung ihres Handwerks. Ein Räuber, der uns berauben wollte, würde nicht drei Schüſſe in den Wagen gethan haben und dann verſchwunden ſein. Er würde ſich noch weiter mit uns abgefunden haben, um die Koſten für Pulver und Kugeln wieder an uns herauszubrin⸗ gen. Aber dieſe Dilettanten, die plötzlich in den Wagen hineinſchießen und dann die ganze Sache auf ſich beruhen laſſen, ſind gedungene Mörder, doch ſie machten Pfuſcherarbeit, und ich möchte Tauſend gegen Eins wetten, daß ein Frauenzimmer ſie gedungen hat.
Iſt es möglich? rief Henriette mit einem erneuer⸗ ten Angſtſchrei, indem ſie ſich in die Arme Mirabeau's ſchmiegte. Wirſt Du uns denn ſchützen und retten


