158
ſagte die Gräfin und faßte den Angeredeten unter den Arm und zu Millnern ſich wendend ſagte ſie noch:„Alſo machen Sie ſich fertig, heute Abend fährt das Boot ab, ich werde Sie erwarten.“— Ohne Gruß und Wort verließ Werner mecha⸗ niſch das Zimmer, denn dieſer Schlag war zu furchtbar, als daß er hätte ſeine Wirkung verfeh⸗ len ſollen.— Die Gräfin zog ihn zu den Pferden, und mußte ihn mehrmals auffordern, aufzuſteigen, er hörte es kaum, denn ſeine Gedanken weilten noch immer bei dem Inhalte des Briefes.—
Bewußtlos und der treuloſen Eva zürnend gab er dem Pferde die Sporen, daß dieſes ſtürmend
vorwärts flog und die Gräfin kaum folgen konnte.
Endlich hatte ſie ihn erreicht, ſie faßte ſeine Hand und ſie fühlte, daß ſie wieder gedrückt wurde.
Sie ritten tiefer in den Wald, in dem ein ſtetes,
geheimnißvolles Düſter herrſchte. Die Gräfin drängte ihr Pferd dichter an das Werners und ihr Fuß berührte den ihres Nachbarn.
„Werner,“ liſpelte ſie, den rechten Moment benutzend,„Ihr ſeid immer ſo hart gegen mich.“


