Teil eines Werkes 
1. Band (1870)
Entstehung
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Hart, Gräfin? Nein, ich glaube mein Charak⸗ ter iſt ſo?

Ihr Charakter, Werner? Keine Entſchuldi⸗ gung! Ich bin ſo freundlich mit Euch und Ihr ſo mürriſch, ſo verſchloſſen, ſo daß ich mich öfters fürchte, Euch anzureden! Mißfalle ich Euch? Nein, Gräfin! Nein! Werner hob das Auge, ſein Geſicht wurde roth, denn nie war ihm

die Gräfin ſo ſchön vorgekommen.

Alſo mißfalle ich Euch nicht?.

Gräfin, ich bin Euer Diener antwortete der Gefragte, welcher die Hand ſeiner Herrin auf der Schulter fühlte.

Ach ja, Werner, ich möchte Eure Herrin ſein! verſetzte ſeufzend die Schöne.

Wernern fielen dieſe Worte auf, ein leichtſin⸗ niger Gedanke durchſchoß ſeinen Kopf, er beſchloß ſich an Eva durch⸗Wiedervergeltung zu rächen.

Er führte ihre Hand an die Lippen, die Gräfin beugte ſich zu ihm und er küßte ſie feurig. Die Liebkoſungen wechſelten, und eine Stunde verflog auf ihren blitzesſchnellen Flügeln.

Die Gräfin glaubte geſiegt zu haben, aber die