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Eroberungen machen? Nein, Waldemar, was ich er⸗ reichen kann, iſt mir gewiß.
Biſt Du ſo ſicher? fragte der Andere mit geheimen Zorn.
Vollkommen ſicher, und wenn ich Dich zum Ver⸗ trauten machte, würdeſt Du mir beiſtimmen.
Wir ſind zur Stelle, erwiderte Polenz ſchnell. Ein andermal alſo.
Der Wagen hielt vor einem großen Hauſe, deſſen erſtes Stockwerk glänzend erleuchtet war. Equipagen fuh⸗ ren ab und zu, und junge mit Blumen und goldgeſchmückte Geſtalten ſchlüpften durch eine zuſchauende Menge die Stufen hinauf und entzogen ſich den nacheilenden Blicken. Oben öffnete ſich eine weite Zimmerreihe. Gewirkte Tapeten bekleideten die Wände, ſchwere Armſeſſel und Lehnſtühle, mit Seidendamaſt überzogen, ſtanden umher. Die Glaskronen des vorigen Jahrhunderts überblitzten
n zahlreichen Kerzen dieſe alterthümliche Pracht.—
Nur drei Gemächer, durch welche die beiden Herren gingen, machten davon eine Ausnahme. Sie waren auch, wie aus alter Zeit anzuſchauen, aber es war der modernſte Rococogeſchmack. Die Mobilien gewunden, gedreht und ſeltſam geformt, aus dunklem Poliſander⸗ und Ceder⸗Holz mit eingelegten Arbeiten; die Stühle
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