Teil eines Werkes 
4 (1857) Gefangen und befreit : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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So mag man mich verſpotten, ich kann es ertragen. Aurelie hatte von jeher eine große Schwäche für Putz und Tand aller Art.

Sie liebt den feinen Comfort des Lebens, die Creme des Genuſſes, erwiderte der Herr von Polenz, aber Du weißt, ſie kämpft dabei mit der Mama.

O! die würdige Tante, rief der junge Mann lachend, ſie war immer ſtreng gegen ſich und jedermann, doch allzu nachſichtig gegen die Launen und Thorheiten ihrer Tochter.

Launen, Schwächen, Putzſucht, Thorheit, murmelte Polenz vor ſich hin, das iſt eine hübſche Muſterkarte von Beleidigungen.

Aber Aurelie iſt dennoch ein edles, ſchönes Weſen, das nur der leitenden Hand bedurfte, um, wie ein Stern des Himmels, rein von jeder Fehl zu ſein, fuhr Guſtav inzwiſchen fort.

Es wurde dem Herrn von Polenz heiß vor der Stirn; er machte eine letzte Anſtrengung, ſich zu befreien. Wenn ich Dir rathen ſollte, ſagte er, ſo wäre es doch wohl das Beſte, Du führſt nach Haus, kleideteſt Dich um und kämſt nach.

Weshalb? erwiderte Guſtav. Will ich gefallen,