Teil eines Werkes 
2 (1857) Der Doppelgänger : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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er, Sie haben Recht, Onkel. Aber wie ich auf ihn zuging und ihn in ſeiner ganzen Schlechtigkeit zeigen wollte, ſah er mich mit einem Blicke an, der mir Schaam und Schande ins Geſicht trieb. Es war ein Blick ſo voll Vorwurf, Verachtung, Stolz und Mitleid, daß ich kein Wort finden konnte und einen Eid geleiſtet hätte, um ihn von allem Verdachte zu reinigen.

Mir ging es nicht beſſer, brummte der alte Herr; und hat er uns denn nicht auch große, wahrhafte Dienſte geleiſtet, für die wir ihn verrathen wollten, wie Petrus den Herrn, noch ehe der Hahn krähte? O über die tiefe Schwäche in uns, über die Sünde, die unſer aller Erbtheil iſt! Dieſer Hermann iſt beſſer als wir, das empfanden wir in ſeiner Nähe. Was er da geſagt hat, iſt freilich Thorheit, aber es iſt die Thorheit einer edlen Seele, die erhabenen Gedanken ſich zum Opfer bringt. Nein, ich gebe es noch nicht auf, Wernher zu verſöhnen, und ſollte ich mich vor ihm ſo tief demüthigen, wie nie vor einem Menſchen. Laß uns den armen Verſtoßenen aufſuchen und ihm ſagen, daß er noch Freunde beſitzt.

Burgau bemühte ſich jedoch vergebens, dieſe guten Vorſätze auszuführen. Es half ihm nichts, daß er unter Lebensgefahr die vier halsbrechenden Treppen nach dem