Teil eines Werkes 
2 (1857) Der Doppelgänger : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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alte Herr, der du dich unterfängſt, alle zu haſſen und zu verachten, die nicht ſo ſein wollen, wie du biſt! Du wirſt keinen Stein des Weltgebäudes verrücken, und mit aller deiner Weisheit biſt du nicht ſo weiſe, um einzu⸗ ſehen, daß es beſſer ſei, mild und gütig den Fehlenden zu verzeihen, als ſie thranniſch von deinem Herzen zu ſtoßen.

Die beiden Greiſe ſtanden ſich gegenüber mit er⸗ hitzten Geſichtern und meſſenden zornigen Blicken, wäh⸗ rend Oskar und Sophie ſchweigende und theilnehmende Zuſchauer bildeten. Endlich, ſagte Wernher mit ſeiner ſtolzen Ruhe: Es thut mir leid, Dietrich, mich von dir ſo verkannt zu ſehen. Meinen Willen und meinen Glauben kann nichts in der Welt verrücken; meine Grundſätze ſind geprüft und ſtehen feſt auf Lehren und Ueberzeugungen, die älter ſind als du und ich und viele Menſchenleben; dennoch aber haben deine Worte mir Warnungen ertheilt, die ich nicht vergeſſen werde. Jetzt laß uns Frieden ſchließen und ſchweigen.

Dann, ſagte Burgau, höre noch eine letzte War⸗ nung. Du fürchteſt die Winterkälte der Nacht, Georg, und willſt deine Glasthür ſchließen laſſen fürchte noch weit mehr, daß die ſchönſte und edelſte Blume deines Gartens ihr Haupt neigen und welken wird,