Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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ſeinem Kinde, die Bäume, unter denen man luſtwandelte, die Klöſter, in denen man ſich verbarg, die Spiele, das gute, kindliche Lachen, das iſt Finſterniß. Ich hatte mir eingebildet, das Alles gehörte mir. Darin lag meine Dumm⸗ heit. Die Thénardiers ſind boshaft geweſen. Man muß ihnen verzeihen. Coſette, jetzt iſt der Augenblick gekommen, Dir den Namen Deiner Mutter zu ſagen. Sie nannte ſich Fantine. Behalte den Namen: Fantine. Kniee nieder, ſo oft Du ihn ausſprichſt. Sie hat viel gelitten. Sie hat Dich ſehr geliebt. Sie hat Alles an Unglück gehabt, was Du an Glück haſt. Das ſind die Fügungen Gottes. Er iſt dort oben, er ſieht uns Alle, und er weiß, was er in der Mitte ſeiner großen Sterne thut. Ich werde alſo gehen, meine Kinder. Liebt Euch immer recht ſehr. Es giebt nichts Anderes auf der Welt, als ſich zu lieben. Ihr wer⸗ det zuweilen an den armen Alten denken, der hier geſtorben iſt. Ach, meine Coſette, es iſt nicht meine Schuld, wenn ich Dich dieſe ganze Zeit her nicht geſehen habe. Das zerriß mir das Herz. Ich ging bis zu der Ecke der Straße; ich muß einen komiſchen Eindruck auf die Menſchen gemacht haben, die mich vorbeigehen ſahen; ich war wie ein Narr. Einmal bin ich ohne Hut ausgegangen. Meine Kinder, ich ſehe jetzt nicht mehr deutlich; ich hatte Euch noch Manches zu ſagen, aber das iſt gleich. Denkt ein wenig an mich. Bhr ſeid geſegnete Geſchöpfe. Ich weiß nicht, was mir iſt; ich ſehe Licht. Tretet noch näher. Ich ſterbe gern. Gebt mir Eure theuren, geliebten Köpfe, daß ich meine Hände darauf lege.

Coſette und Marius ſanken auf die Kniee, außer ſich, in Thränen erftickt, und Jedes von ihnen erfaßte eine der Hände Zean Valjean's. Dieſe Hände rührten ſich jetzt nicht mehr.

Er hatte ſich zurückgelehnt. Das Licht der beiden Leuchter beſchien ihn; ſein weißes Geſicht blickte zum Himmel