Teil eines Werkes 
5. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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konnte es nicht verhindern, daß die gute Frau, ehe ſie ver⸗ ſchwand, in ihrem Eifer dem Sterbenden zurief:

Wollen Sie einen Prieſter?

Ich habe einen, erwiderte Jean Valjean, und mit dem Finger ſchien er über ſeinem Kopf auf einen Punkt zu deuten, als erblickte er dort Jemand.

Es iſt wahrſcheinlich, daß der Biſchof in der That dieſem Todeskampfe beiwohnte.

Coſette ſchob ihm ſanft ein Kiſſen unter die Hüften.

Jean Valjean fuhr fort:

Herr von Pontmerch, ich beſchwöre Sie, fürchten Sie Nichts. Die ſechshunderttauſend Franes gehören von Rechts⸗ wegen Coſette. Ich hätte mein ganzes Leben verloren, wenn Sie des Geldes nicht genießen wollten! Es war uns ge⸗ lungen, dieſe Glasarbeiten ſehr gnt zu machen. Wir wett⸗ eiferten mit dem, was man den Berliner Schmuck nennt. Aber man kann dem deutſchen ſchwarzen Glas nicht gleich⸗ kommen. Ein Groß, welches zwölfhundert ſehr gut ge⸗ ſchnittene Gläſer enthält, koſtet nur drei Francs.

Wenn ein Weſen, das uns theuer iſt, ſterben ſoll, ſieht man es mit einem Blick an, der ſich an daſſelbe klaminert, als wollte er es zurückhalten. Coſette und Marius, beide ſtumm in ihrer Qual, wußten nicht, was ſie dem Todten ſagen ſollten und ſtanden aufrecht vor ihm, verzweiflungsvoll, zitternd, einander bei der Hand haltend.

Jean Valſean ſchwand von Augenblick zu Augenblick mehr dahin. Sein Athem war ſtockend geworden; er fing en zu röcheln. Nur mühſam bewegte er den Vorderarm; ſeine Füße hatten jede Bewegung verloren, und während ſein Körper hinſank, zeigte ſich die ganze Majeſtät ſeiner Seele auf ſeiner Stirn. Das Licht einer unbekannten Welt war ſchon in ſeinen Augen ſichtbar.

Sein Geſicht wurde bleicher, und zu gleicher Zeit lächelte er. Es lag etwas Anderes, als das Leben in ſeinen

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